Aufwachen CDU!

Aufwachen CDU! Heute berichten die Zeitungen der Region, namentlich die Braunschweiger Zeitung und die Goslarsche Zeitung, über den Austritt meines hochgeschätzten Bürgermeisterkollegen Thomas Pink aus der CDU. Ich bedauere diesen Austritt sehr, er stellt eine empfindliche Schwächung der CDU in Niedersachsen und des Landesverbandes Braunschweig dar. 

Ich kenne Thomas Pink seit 2011 und aus unzähligen konstruktiven und wohltuenden Gesprächen, bei denen er stets das Wohl der Region und seiner Stadt im Fokus hatte, gerade aber auch immer Verständnis für die Interessen der Nachbarkommunen hatte. Eine Weiterentwicklung und ein Anpacken für die gute Sache waren dabei nach meiner Wahrnehmung seine Triebfeder. Wenn die CDU ein solches „Zugpferd“ und einen solch klugen Kopf, einen bedeutenden Hauptverwaltungsbeamten verliert, dann muss das die Verantwortlichen im Landesverband aufschrecken. Der Landesverband Braunschweig hat in den letzten Jahren bedeutende Mandate verloren, er hat die öffentliche Diskussion nicht mehr für sich entscheiden können. Alternative zum rot-grünen Südniedersachsenprogramm, notwendige Kommunalreformen im Harz, Regionalverband Braunschweig – nicht immer und überall war die CDU auf Ballhöhe. Themen des Landesverbandes Braunschweig wie „Schusswaffengebrauch gegen Flüchtlinge“ oder der Wunsch nach der CSU-Ausweitung im Norden gehen nicht nur an den Wünschen, Nöten und Themen der Menschen vorbei, sie sind auch in hohem Maße unsolidarisch und sähen Zwietracht in den eigenen Reihen.

Ich bedauere daher den Austritt von Thomas Pink ausdrücklich und würde mir wünschen, dass dieser Schritt, vielleicht auch im Zusammenhang mit personellen Veränderungen im Landesverband, zu korrigieren ist. Die CDU hat die Chance zur inhaltlichen und personellen Weichenstellung. Nutzen wir sie im Sinne den Menschen in unserer Region und nutzen wir sie für die Stärkung der CDU in der Region. 2021 finden in Niedersachsen Kommunalwahlen statt, in vielen Orten auch (Ober)Bürgermeisterwahlen und Landratswahlen. Auch der Bundestag wird in 2021 neu gewählt und 2022 der Niedersächsische Landtag. Wenn ein Praktiker und bei den Wählerinnen und Wähler über alle Maßen beliebter Verwaltungschef nach über 40 Jahren in der Partei die persönliche Reißleine zieht, ziehen muss, dann heißt es „Aufwachen CDU“!. Ich werde die konstruktive Zusammenarbeit sehr vermissen, sage aber auf kommunaler Ebene schon heute Kollegen Pink zu, dass die engen Bande zwischen unseren Städten auch ohne das gleiche Parteibuch auch in Zukunft erhalten bleiben werden. Ich wünsche Thomas Pink persönlich alles Gute und weiterhin eine glückliche Hand bei der Amtsführung. Ein besorgter Oberbürgermeister und einfaches CDU-Mitglied Oliver Junk

Oliver Junk