ZWISCHENRUF: Unsere Dienst-Pedelecs

Mit einem Augenzwinkern hat die Goslarsche Zeitung (GZ) heute unsere städtischen Dienstpedelecs noch einmal aufs Korn genommen und versucht, die durchschnittlichen Kosten pro Kilometer für die Fahrräder zu berechnen.

Ich bleibe dabei: Diese Pedelecs sind eine gute Anschaffung. Wir haben in der Verwaltung durch die Benutzung der elektrobetriebenen Diensträder statt Autos bereits eine halbe Tonne CO₂ eingespart! Das jedenfalls kann man auch mal so rechnen, wenn man dabei von einem äußerst sparsamen Benziner ausgeht. 

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Jetzt mögen Kritiker sagen, das sei doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wenn nur die Stadtverwaltung diese Art der Fortbewegung nutzt, ist das richtig. Genauso wie man kaum Wasser spart, wenn man der Einzige im Haushalt ist, der beim Zähneputzen den Wasserhahn zudreht oder duscht statt zu baden.

Wenn aber alle sechs Leute das tun, zeigt sich das deutlich auf der Rechnung. Das gleiche Prinzip gilt beim Elektroantrieb.

 

Wir arbeiten derzeit übrigens an weiteren Projekten. Wirtschaftsförderung und die GMG arbeiten gerade an einem Carsharing-Konzept für Goslar.

Daneben hat Herr Derlin, Geschäftsführer der GMG, den Auftrag, ein Modell zu entwickeln, um Leih-Pedelecs für Touristen anzubieten. Wer in die Tourist-Info kommt und auf den Rammelsberg aufmerksam wird, schreckt oft vor der Strecke dorthin zurück. Zu Fuß? Zu weit. Extra zum Auto? Pedelecs sind die perfekte Lösung. Die Besucherinnen und Besucher kommen entspannt zum Rammelsberg und wieder zurück. Als großes Plus vermindern wir die Zahl der Autofahrten und Abgase.

Warum gehen wir nicht mal anders an so ein Thema ran? War es nicht richtig, dass die Stadtverwaltung Goslar mal den Einstieg in Dienstfahrräder gewagt hat. Und sind die aufgelaufenen Kilometer nicht Beweis dafür, dass die Räder gerne genutzt werden?

Ist es nicht richtig, dass wir eine Vollkostenrechnung präsentieren und nicht Logistik und Reparatur und Wartung mit “eh-da-Kosten” (EDA-Kosten) zu vermischen?

Wenn nicht jetzt in Zeiten des Klimawandels, wann dann? Ich darf an die Diskussionen vor 30 oder mittlerweile 40 Jahren erinnern: „Computer? Wer braucht denn sowas?! Wir haben die gute alte Schreibmaschine.“ Heutzutage sind Computer nicht mehr wegzudenken.

Was wir allein durch E-Mails an Papier sparen! Und an Zeit! Die sparen wir übrigens auch mit den Pedelecs. Die Strecken sind teils kurz – von einer Dienststelle zur anderen gerade einmal 800 Meter. Aber schnell geht es. Und das spart Arbeitszeit, die die MitarbeiterInnen anderweitig nutzen können.

Wer hat denn mal die eingesparte Zeit gegengerechnet?

Einige Kolleginnen kommen mit den Rädern schneller von A nach B als mit dem Auto, sie bewegen sich (Stichwort Gesundheitsmanagement), sie können jederzeit anhalten (zum Beispiel bei der Begutachtung von Bäumen) und müssen nicht erst einen Parkplatz suchen und zu Fuß zurück. Spart alles Zeit, Nerven und CO₂.

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Die Stadt Goslar bleibt jedenfalls dran. Der Feldversuch Pedelec ist gut angelaufen, wir wissen, wo wir nachbessern müssen, und werden das tun.

Wenn allein die Stadtverwaltung auf E-Mobilität setzt, rettet das natürlich nicht die Welt vor dem Klimawandel. Aber wir gehen mit gutem Beispiel voran und hoffen auf möglichst viele Nachahmer; dann zeigt sich die Wirkung. Wie wäre es zum Beispiel mit einem gemeinsamen Pedelec-Fuhrpark, liebe GZ?

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