Nochmal ein Zwischenruf zum Pfalzquartier


Die veröffentlichten - negativen - Meinungen zum Thema “Architektur Pfalzquartier” unterscheiden sich auch weiterhin deutlich von meiner Wahrnehmung in der Stadt Goslar.

Ich bin unserem Museumschef Christoph Gutmann deshalb sehr dankbar dafür, dass er mir die aktuellen Auswertungen aus dem Museum übermittelt hat. Hier haben wir ja die Entwürfe ausgestellt.

In der Besucherbefragung im Museum manifestiert sich nämlich überhaupt nicht eine überwiegende Ablehnung der Entwürfe. Im Gegenteil!

Der aktuelle Sachstand, basierend auf der Stimmabgabe von 407 Besuchern, die ihr Votum abgegeben haben:


Mit keinem der Entwürfe konnten sich lediglich 16,5 % der Besucher anfreunden,

das Ranking der Positiv-Stimmen (gerundet auf eine Stelle nach dem Komma):
Auer/Weber: 28%
Lederer/Rag. 28%
Staab 18,7%
Nieto/Sob. 5,6%
Bez/Kock 2%
Waechter 1,4%

Und dann noch zur Berichterstattung zu meiner Kritik am Verein “Stadtbild Deutschland”:

Mein kritisierter Satz lautet vollständig zitiert:

“Ohne dass dem Verein selbst entsprechende Ziele nachzuweisen sind, wird er damit zum Sammelbecken nationalkonservativer Wutbürger, die auf der Kommentarseite des Vereins auch schon mal dazu aufrufen, die Adressen derjenigen Stadträte zu veröffentlichen, die für von den Vorstellungen des Vereins abweichende Architekturlösungen gestimmt haben.”


Auf den Kommentarseiten des Vereins (https://www.stadtbild-deutschland.org/forum/index.php?thread/8029-populismus-vorwurf-in-der-architektur) des Vereins wird der Begriff „nationalkonservativ“ mehrfach von Dauergästen auf der Seite als Selbstcharakterisierung vorgeschlagen.

Und ich denke, spätestens nach dem Fall Lübcke ist es noch vergleichsweise moderat, wenn man diejenigen, die zur Veröffentlichung der Adressen von Stadträten aufrufen, die für inkriminierte Projekte gestimmt haben, als „Wutbürger“ bezeichnet.

Dies ist doch zumindest der unverschleierte Aufruf dazu, in welcher Form auch immer in die Privatsphäre von Ratskollegen einzudringen.

Vielleicht an der Stelle auch mal an die aktuellen Sätze des Bundespräsidenten denken: Ratsmitglieder, Bürgermeister, Oberbürgermeister und Landräte sind nicht der Fußabtreter der Nation.

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