Wasser marsch! in Ohlhof - EIN ZWISCHENRUF


 

Das Schützenfest beginnt, das ist tatsächlich die 5. Jahreszeit in Goslar – noch vor dem Karneval. Heute um 18 Uhr starten wir mit dem Gottesdienst in der Marktkirche, bitten um unfallfreie und heitere Stunden auf dem Festplatz.

 

Morgen um 15.00 Uhr startet der Festzug, die Bürgerparade. Viele Vereine präsentieren sich, dazu gehört auch der Stadtteilverein Ohlhof. 

 

Vor ein paar Tagen war ich Gast beim Vorstand des Stadtteilvereins in Ohlhof, wurde zu einer Vorstandssitzung eingeladen. Der Steuerberater Bengt Kreibohm ist dort Vorsitzender.

 

Und im Rahmen der Sitzung wurden mir 247 Unterschriften überreicht. Die Bürger in Ohlhof wollen, dass der außer Dienst gestellte Marktbrunnen wieder aktiviert wird.

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Deshalb wird dies auch die Forderung des Stadtteilvereins im Rahmen des Festumzugs sein! Motivwagen!?

 

Aber ist das wirklich ein überraschendes Ergebnis? Schließlich würden auch alle Bürger dafür unterschreiben, dass wir mehr für die Umwelt tun müssen oder die Spritpreise zu hoch sind. 

 

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Auch die SPD-Ratsfraktion hat das Thema ganz schnell aufgenommen und einen Ratsantrag geschrieben: “ Stellt das Wasser wieder an!” Die Kosten von ca. 30.000 EUR sind dabei bislang noch nicht hinterlegt.

 

Ich persönlich halte die Forderung „Drum Wasser marsch, drum Wasser marsch, drum Wasser marsch, Wasser marsch, Wasser marsch!“ für irgendwie nachvollziehbar, aber – bei allem Respekt – für ein wenig zu kurz gesprungen.

 

Und ich habe deshalb mit dem Stadtteilverein darüber gesprochen. Habe die Frage gestellt, ob es nicht sinnvoller wäre, mal der Frage nachzugehen, was wir in Zukunft eigentlich von dem Marktplatz in Ohlhof wollen. Denn schließlich haben wir mit dem neuen Nettomarkt (Herzlichen Dank an alle, die diesen Neubau im Zentrum Ohlhofs möglich gemacht haben!) wieder einen starken Frequenzbringer. Das wirkt sich auch auf das Leben auf dem Marktplatz aus, auch auf die angrenzenden Geschäfte.

Und ich hoffe sehr darauf, dass alle, die über “Wasser marsch!” in den nächsten Wochen diskutieren, mal mit offenen Augen über den Marktplatz gehen. Da fehlt wirklich mehr als Wasser!

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Zunächst zur Historie des Marktplatzes:

 

Die ersten Planungen für den derzeit bestehenden Marktplatz sind aus dem Jahr 1979. Das B-Plan-Verfahren aus dem Jahr 1982. Die endgültige Fertigstellung durch Hochbauamt und Tiefbauamt erfolgte im Jahr 1986, externe Architekten wurden nicht beteiligt. 

 

Erst seit 1988 gibt es die städtische Kinderbetreuung im „Haus Sonnenschein“ in Ohlhof, 1998 erweitert um das Haus „Max und Moritz“ im Herzen Ohlhofs.



 

Der jetzt diskutierte Brunnen wurde dann im Jahr 1990, also 2 Jahre nach Fertigstellung errichtet. Die Brunnenfigur „Dukatenmännchen“ stammt von Frau Ursula Bacmeister und befindet sich im Eigentum der Stadt Goslar. Es handelte sich damals um eine Schenkung der IG Baßgeige e. V. an die Stadt Goslar).

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Der Brunnen hatte von Beginn an das Problem, so berichten es die Vertreter des Stadtteilvereins wie auch meine lebensälteren Kolleginnen und Kollegen der Verwaltung, dass er durch den Eintrag von Müll und Abfällen immer wieder außer Betrieb war, extrem störanfällig war. 

 

Dem Kostendruck bei der Stadt Goslar war es vor Jahren geschuldet, dass erforderliche Reparaturarbeiten dann unterblieben und die Technik schlussendlich komplett zurückgebaut wurde.

 

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Und jetzt zu meiner Position:

Was wollen wir denn in Ohlhof wirklich? Wollen wir, dass der Brunnen auf dem „alten“ Markplatz „einfach“ wieder plätschert? Wenn ja, dann braucht es die ermittelten 30.000 EUR und jährliche Wartungs- und Instandhaltungskosten von pro Jahr ca. 1.500 EUR.

 

Kann man machen. Muss man aber nicht.

 

Ich plädiere für eine andere Herangehensweise:

Lasst uns ermitteln, was wir in Ohlhof von dem Marktplatz wollen. 

 

Attraktivität? Aufenthaltsqualität? Schatten? Bänke? Mülleimer? Überdachungsmöglichkeiten für Feste oder Märkte? Spielmöglichkeiten für Kinder? Spielmöglichkeiten für Senioren? Nutzungsmöglichkeiten für den angrenzenden Kindergarten? Nutzung und Befahrbarkeit für Geschäftsleute? Optik aus dem Jahr 2019 und nicht 1985? Und gerade auch das Thema Wasser könnte doch wichtiger Bestandteil eines neuen Konzeptes werden. Was wäre mit einem Wasserspielplatz für Kinder, den auch der Kindergarten nutzen kann? Nur mal eine Idee. Es gibt aber bestimmt noch bessere.

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Ich meine jedenfalls, dass wir das Engagement des Stadtteilvereins und das Interesse der Ratspolitik jetzt nutzen sollten:

In Ohlhof ist gerade ganz viel Veränderung. Immobilien wechseln nach dem Ausbau des Stadtteils zu Beginn der 1980er Jahren heute ganz oftden Eigentümer. Junge Menschen ziehen zu, mit neuen und anderen Interessen – vielleicht auch zum Thema Marktplatz. 

 

Lasst uns mehr machen als „Wasser marsch!“, lasst uns nach über 35 Jahren die sogenannte Markplatzkonzeption überdenken und vielleicht auf unsere heutigen Nutzungswünsche anpassen. Die Chance haben wir, denn noch steht der Brunnen nicht unter Denkmalschutz……..

 

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