Oliver Jung und Oliver Junk

So, mit den Namen haben wir es ja aktuell in Goslar. Da wurde jungst im Rahmen einer Festveranstaltung aus Johannes Krebs der Herr Sebastian Krebs und aus Kaja Engel unsere Kulturfreundin Katja Engel. 

Die Fortsetzung folgte jüngst: Der Museumsverein hatte eingeladen zu einer Ausstellungseröffnung, den Herrn Oberbürgermeister Oliver Jung(!). 

“Er gehört zu mir, wie mein Name an der Tür.” Das sang einst Marianne Rosenberg - und mit einem hat sie Recht: Der Name ist ein untrennbarer Teil unser Identität. 

Nach einer Studie der Uni Leipzig gab es im Jahr 2007 83886 weibliche und 87274 männliche Vornamen. Erst um das 13. Jahrhundert entstanden die Familiennamen. Mit dem Anwachsen der Städte und ihrer Verwaltungen reichten die Vornamen nicht mehr aus. Für Rechtsgeschäfte wie das Erstellen einer Urkunde musste genau zwischen Hans und Hans oder Robert und Robert unterschieden werden. 

Und über 800.000 Familiennamen gibt es in Deutschland. (Datenbasis: Deutsche Telekom und Telefonbücher des Jahres 2005. Damals hatten noch rund 92 Prozent aller privaten Haushalte einen Festnetzanschluss bei der Telekom. Die mehr als 28 Millionen Anschlüsse enthielten mehr als 800.000 unterschiedliche Familiennamen. Mittlerweile wäre eine aktuelle Studie diesen Ausmaßes nicht mehr möglich: 2012 hatten mit 18,2 Millionen nur noch rund 65 Prozent der Bevölkerung einen Festnetzanschluss, Tendenz sinkend). 

 „Sage mir, wie du heißt, und ich sage dir, wer du bist.“ Vor allem fünf Familiennamenklassen kennen die Namensforscher: Am prominentesten sind die Berufsnamen. Die Müllers sind seit langem der häufigste deutsche Familienname, gefolgt von den Schmidts und den Schneiders. 

Wer Antwerpes oder Adenauer heißt, hatte Vorfahren in den genannten Orten. Wer Beck heißt, dessen Vorfahren lebten an Bächen, die Waldmanns oder Buschs wohnten nahe bei Wäldern. Auf charakterliche oder körperliche Merkmale verweisen Familiennamen wie Sonnenschein, Kühn, Klein oder Lange. Viele Namen wurden auch aus den Vornamen der Väter gebildet nach dem Muster: Bernd Jensen – Bernd, Sohn des Jens. 

Und wie ist das jetzt mit meinem Nachnamen Junk: JUNK: Junker / Junkherr / Junkers … für einen noch nicht Ritter gewordenen Adligen - Junkerer (1295), Junker (1308).

 Zu gerne – und nicht nur vom Museumsverein - werde ich ja auch mit „g“ geschrieben, also Oliver Jung. JUNG: junger Herr - naja, schmeichelt ja auch.  

Jedenfalls bin ich vielleicht nicht ganz so empfindlich wie mein Amtsvorgänger mit der richtigen Schreibweise des Namens nebst Titel (Dr.). Aber ein wenig Spaß durfte dann schon sein im Rahmen der Ausstellungseröffnung. Ich besorgte mir die Rufnummer von Oliver Jung aus Goslar. Den gibt es tatsächlich. Er arbeitet aktuell bei Familie Prien im Hotel Alte Münze. Ihm machte ich den Vorschlag, doch einfach mitzukommen und an meiner Stelle die Ausstellung zu eröffnen. 

Richtig schön, dass er den Spaß mitmachte und eine schicke, von ihm selbst ausgearbeitete Rede verlesen hat.  Und genauso schön, dass unsere „Einlage“ auch bei den Gästen des Museumsverein angekommen ist. So ist das eben mit Oliver Jung und Oliver Junk.

Lieber Oliver (Jung), vielleicht können wir noch öfter zusammen auftreten! Danke nochmal.

Oliver Junk