Zur Zukunft der Gammelmauer am Jakobikirchhof

Leserbriefe, Übergabe von über 400 Unterschriften im Rahmen der jüngsten Ratssitzung: Zerstört die Stadt Goslar tatsächlich einen historischen Ort, einen Ort des sozialen Miteinanders?

 

Die Fakten:

Die Beschlüsse zum Umbau der Fußgängerzone und des Jakobikirchhofs begannen am 21.02.2013 im Ausschuss für Bauen und Umwelt. Sowohl die Sitzungsvorlage mit ihrer ausführlichen Begründung als auch ein dazugehöriger Änderungsantrag und diverse Mitteilungen sind ausgiebig und intensiv in öffentlichen Sitzungen beraten worden. Der geplante Entwurf zum Umbau der Fußgängerzone im Bereich Jakobikirchhof / Rosentorstraße wurde u.a. mit der Katholischen Pfarrgemeinde St. Jakobus der Ältere, dem Bischöflichen Generalvikariat Hildesheim und den Denkmalschutzbehörden einschl. Archäologie in mehreren Planungsbesprechungen umfangreich abgestimmt. Dabei wurde auch die Gestaltung im Bereich der Mauer entlang der Rosentorstraße beraten und im Detail einvernehmlich festgelegt.Die Baudurchführung erfolgt dann abschnittsweise:

- Bereich Schilderstraße, Bauzeit Ende Juli und August 2014

- Bereich Rosentorstraße, Bauzeit September 2014

- Jakobikirchhof, im Platzbereich und Kirchenumfeld, Bauzeit Oktober und November 2014

Die Fertigstellung und die Verkehrsfreigabe sind vor Beginn des Weihnachtsmarktes eingeplant.

Zum neuen Konzept des Jakobikirchhofs:

 Das Entwurfskonzept des Jakobikirchhofes basiert auf der Grundlage des Siegerentwurfs der Arbeitsgemeinschaft terra.nova (Landschaftsarchitekt), Wich Architekten und Obermayer Planen + Bauen GmbH aus dem Jahr 2009.

Wesentliche Aspekte sind hier, dass die beiden Kirchhöfe der Jakobikirche und der Marktkirche deutlich und einfach als gut proportionierte Plätze hervorgehoben werden.

Für den Jakobikirchhof ist die Möglichkeit einer vielfältigen Nutzung das Ziel. Weiterhin soll die Kirche, die in einem abgesenkten Parterre steht, durch eine großzügige Gestaltung der Stufen nicht im Platz „versinken“.

 In der Begründung zur Sitzungsvorlage Nr. 2013/060 heißt es dazu:

 „Der Jakobikirchhof stellt einen der Kernbereiche der Fußgängerzone dar. Er unterliegt einer Vielzahl von Nutzungswünschen, denen derzeit nur eingeschränkt entsprochen werden kann. Kennzeichnend ist die hohe Fußgängerdichte auf der Westseite des Platzes, verbunden mit einem wichtigen Aufenthaltsbereich zwischen der Rosentorstraße und der Jakobikirche (Gammelmauer). Der westliche Bereich stellt einen eher ruhigen Platzbereich abseits der Fußgängerströme dar. Die Nordseite des Platzes wird von einer zentralen Buslinie befahren und ist durch eine stark frequentierte Bushaltestelle geprägt. Schließlich wird der gesamte Platzbereich durch den Wochenmarkt für kirchliche Zwecke und für Sonderveranstaltungen genutzt. Die derzeitige Gestaltung schränkt diese multifunktionale Nutzung durch die Kleinteiligkeit der Platzgestaltung stark ein. Als besonders störend zeigen sich dabei die unterschiedlichen Oberflächenniveaus mit einer Vielzahl von Stufen und die zum Teil nachteilig angeordneten Grünflächen. Entsprechend der Forderungen der früheren Lenkungsgruppe Fußgängerzone soll der Platz daher möglichst einheitlich und unter Verwendung nur weniger fester Einbauten neugestaltet werden. Dabei soll die historische Situation als Kirchhof wieder besser erkennbar werden und die derzeitige Abschirmung der Kirche verringert werden.“

 Zur Gammelmauer:

 Im Gegensatz zu geäußerten Ansichten, ist weder vorgesehen, die vorhandenen Sitzgelegenheiten ersatzlos zu streichen, noch ist geplant, „19 Sitzschalen fernab vom Betrieb“ zu installieren.

 Aus der Begründung zur Sitzungsvorlage Nr. 2013/060:

 „An der Ostseite des Platzes werden in paralleler Aufstellung zur Kirche zwei lange Bänke fest installiert. Diese sollen den traditionellen Treffpunkt „Gammelmauer“ aufnehmen. In der südwestlichen Ecke werden zusätzlich bewegliche Bänke als Aufenthaltsbereich installiert, die bei Bedarf entfernt werden können. Weitere Sitzgelegenheiten sind für die beschattete Nordseite vorgesehen. Weiter werden Papierkörbe nach Bedarf aufgestellt.“

Das Kommunikationszentrum, der Treffpunkt, vergleichbar mit der heutigen Mauer entlang der Rosentorstraße, soll erhalten bleiben. Anstelle der vorhandenen Mauer ist geplant, zwei neue, wiederum durchgehende lange Sitzbänke mit Holzauflage – gemäß aktueller Planung: eine gerade, eine im Halbkreis – zu installieren. Diese mit der heutigen Mauer und deren Funktion vergleichbaren neuen Sitzelemente ohne Rückenlehne werden die Tradition als kommunikativer Treffpunkt entlang der Rosentorstraße bestmöglich fortsetzen.

Durch diese Gestaltung gibt es zukünftig auch kein „hinter der Mauer“ mehr, beide Seiten sind gleichzeitig bespielbar.