Von Bad Harzburg lernen....

Ein Zwischenruf zum Bad Harzburger Pipifax!

Der geballte Bürger- und Bürgermeisterzorn aus Bad Harzburg prasselt aktuell auf mich ein. Warum? Habe ich doch den erfolgreichen Bad Harzburger Baumwipfelpfad als “Pipifax” und “geklaute Idee” bezeichnet. Gemein, despektierlich, furchtbar. So jedenfalls baut die Goslarsche Zeitung die Geschichte und lässt heute ganzseitig Bad Harzburger zu Wort kommen, die sich über mich auslassen. 

In der nächsten Woche werden dann noch Leserbriefe folgen, Ratsanträge, Dringlichkeitsanfragen und alles was man so kennt aus Goslar. Die Goslarsche hat wieder Berichterstattung. Der Kreis schließt sich.

Ganz kurz, es ist Samstag, und die Zeitung kostet schon genug Nerven, mal zur Sache:

In Hahnenklee also war vor zwei Tagen eine Veranstaltung der Dehoga und ich sollte auch mal was sagen, zur Bettensteuer, Tourismusbeitrag und zur Entwicklung von Hahnenklee.

Habe ich auch gemacht und dabei darauf aufmerksam gemacht, dass wir in Goslar und Hahnenklee Stillstand haben, unsere Tourismusmarketinggesellschaften noch dazu total unterfinanziert sind. Und ich habe darauf aufmerksam gemacht, dass wir Gas geben müssen, investieren müssen, damit uns Bad Harzburg mit dem Baumwipfelpfad, Braunlage mit dem Wurmberg und Schierke mit der Eisbahn nicht noch weiter abhängen.

Und dann habe ich darauf aufmerksam gemacht, dass es dafür nicht Geld und Personalkapazitäten braucht, die unrealistisch sind. Und habe das Beispiel Baumwipfelpfad gewählt. 

Achtung, jetzt kommt es:

Ich habe nämlich dann ausgeführt, dass der Baumwipfelpfad in Bad Harzburg so kompliziert gar nicht ist, schlicht Pipifax. Denn es gibt in Deutschland unzählige davon, teilweise größer, es braucht ein wenig Eisengestänge, einen netten Ort und Baumkronen, die noch nicht vom Borkenkäfer befallen sind.

Und? Das kann jeder, dafür braucht es ein wenig städtisches Geld, Fördermittel von außen, fleißiges Personal, gutes Marketing. Dann läuft das und die Menschen laufen dahin und Bad Harzburg läuft uns weg. So einfach geht das.

Bad Harzburg macht das richtig gut, ist damit erfolgreich - im übrigen auch zum Nutzen der Stadt Goslar, des gesamten Harzes.

Mit meinen Worten habe ich deshalb deutlich gemahnt und mit dem Finger auf uns, auf Hahnenklee und Goslar gezeigt, und darauf aufmerksam gemacht, dass uns nach dem Weihnachtswald (ja auch geklaut!!) nicht mehr viel eingefallen ist. Seit Jahren Stillstand in Goslar, keine kreativen Ideen, keine Vorwärtsbewegung im Bereich der touristischen Attraktionen. 

So war das in Hahnenklee! Das habe ich zum Ausdruck gebracht und jeder der 40 Menschen, die da waren, haben das genau so verstanden. Ich habe heute Morgen ein wenig rumtelefoniert. 

Nur die Goslarsche Zeitung natürlich nicht. Die bringt wieder Menschen in Stellung gegeneinander, Städte gegeneinander und arbeitet weiter an der fröhlichen Kampagne: Wie werden wir den Junk los.

Ob die Kampagne Erfolg haben wird, lasse ich mal offen. 

Anständig ist der Umgang jedenfalls nicht. Kritik der Zeitung immer gerne, ich werde auch dazu weiter einladen, wenn ich arbeite und entscheide, aber Worte aus dem Zusammenhang reißen und dann mal die Bad Harzburger motivieren, ordentlich auszuteilen ist keine faire Maßnahme, noch dazu in der Vorweihnachtszeit.

Euch allen einen schönen 1. Advent und alle Bad Harzburger bitte ich gerne um Entschuldigung für Sätze, die ich weder gesagt noch gemeint habe.

Oliver JunkZwischenruf