Verkehr kommt nicht von verkehrt

Zum neuen Linienkonzept unserer Stadtbusse in Goslar

- Ein Zwischenruf - 


Zeit für Veränderungen. Das war die Position von Verwaltungsspitze und Aufsichtsrat der Stadtbus-GmbH auch zum Thema Liniennetz der Stadtbusse vor beinahe zwei Jahren.

Warum? Permanent sinkende Fahrgastzahlen und Einnahmen. Die Kappung der Anbindung von Ortsteilen, die Ausdünnung des Fahrplans wurde diskutiert und angedacht. Wir hatten uns für einen anderen Weg entschieden. Vor dem Abbau der Infrastruktur nicht doch noch einmal einen Versuch machen und die Infrastruktur erhalten. Erhalt durch Umbau, durch Veränderung, Veränderung der Fahrpläne.

Mit externer Beratung, durch Auswertung der Fahrgastzahlen und durch Umfragen und Bürgergespräche haben wir einen neuen Netzplan entwickelt, der u. a. folgende Ziele hatte:

- Erhöhung der Attraktivität des Öffentlichen Personen Nahverkehrs in Goslar

- Keine Erhöhung des Zuschussbedarfs für die Stadtwerke

- Steigerung der Fahrgastzahlen

- Engere Taktung der Linien

- Reduzierung von Leerkilometern

- Vereinfachung / Erhöhung der Verständlichkeit

- Schaffung eines Innenstadtknotens 

Nach sechs Monaten haben wir nun eine erste Bewertung der Zahlen vorgenommen und einen Monitoring-Bericht vorgelegt, mit guten Ergebnissen:

Der permanente Rückgang von Fahrgastzahlen und Einnahmen in den vergangenen Jahren wurde gestoppt. Der neue Fahrplan wirkt positiv, er wird angenommen.

Und dabei ist zu berücksichtigen, dass so eine Einführung und Umstellung nicht unfallfrei fahren kann. Alle Stammkunden mussten sich auf Veränderungen einlassen, Feinjustierungen nach und nach vorgenommen werden, Anfangsfehler korrigiert werden, informiert werden. Insbesondere die Erhöhung der Innenstadtfrequenzen ist bei den bisher von Bussen unbelasteten Anwohnern (etwa Schilderstraße) nicht ohne Kritik hingenommen worden. 

Heute steht fest: 

Der Fahrplan wird durch die Bürger und die Gäste der Stadt angenommen

Die Querung des Jakobikirchhofes führt zu mehr Frequenzen in der Stadtmitte, weil wir die Menschen dort hinbringen und dort abholen, wo sie ihre Wege haben: Einkaufsmöglichkeiten, Markt, Arzt, Kommunikation. 

Sehr geringe Beschwerden / Nachfragen von 150 bei 800.000 Fahrgästen.

Akzeptanz bei Bürgern und in der Öffentlichkeit

Zustimmung des Einzelhandels und der Kaufmannschaft

Wir werden ganz selbstverständlich die Zahlen weiter beobachten, auch beobachten müssen. Nach sechs Monaten ist es sicher noch zu früh, um abschießend zu bewerten, ob der neue Netzplan erfolgreich ist. ABER: Der Ansatz und Gedanke, eine Chance zu ergreifen, den Betrieb attraktiver zu machen und damit die Einnahmen zu erhöhen, bevor Ausgabenkürzungen durch die Ausdünnung des Liniennetzes folgen, war aus meiner Sicht richtig und sinnvoll.