Tag der Deutschen Einheit - Harzklub-Festveranstaltung auf dem Brocken


Ein tolles Fest heute auf dem Brocken. Der 03. Oktober, der Feiertag für alle Deutschen, ein Festtag für den Harzklub.


Dabei war das Wetter heute Morgen nicht so einladend. So sah es kurz vor 11 Uhr auf der Brockenkuppe aus:

Aber beim Brockenwirt konnten wir doch warm und trocken zusammensitzen, und feiern:

Denn:  Mit der Deutschen Einheit konnten die Wieder- und Neugründungen unzähliger Zweigvereine in Sachsen-Anhalt und Thüringen erfolgen und damit verbunden der Ausbau des Harzklubs als große, länderübergreifende, identitätsstiftende Organisation im Harz. Denn: Um Menschen zu verbinden, und das war die wichtigste Aufgabe nach dem Mauerfall, braucht es Wege. Und die hat der Harzklub geschaffen und gepflegt. Und deutlich gesagt werden darf dann folgerichtig auch: Ohne den Harzklub hätte das Zusammenwachsen des Harzes, der Menschen im Ost- und Westharz niemals so schnell und so unproblematisch funktioniert. 

Die ehemaligen Landräte Dr. Heuck (heutiger Festredner) und Dr. Michael Ermrich (Ehrenpräsident des Harzklubs)


In meiner heutigen Festrede habe ich darauf aufmerksam gemacht, dass wir dankbar und mit großer Freude an die Zeit der Grenz- und Brockenöffnung, an die Zeit und den Tag der Wiedervereinigung zurückblicken dürfen.

Wörtlich habe ich u. a. ausgeführt: 

“ Wir sollten das öfter tun, liebe Heimat - und Wanderfreunde, nicht nur an Tagen wie heute. Denn bei einem Blick in den Rückspiegel, bei einem Blick auf 26 Jahre Deutsche Einheit darf doch jeder sagen: Wir haben ganz großes geleistet, wir haben ganz viel geschafft. Und wir sollten öfter sagen, dass diese Deutsche Einheit eine großartige Geschichte für die Menschen in ganz Deutschland, aber insbesondere doch auch für uns im Harz, für unseren herrlichen Lebensraum ist.  Das müssen wir alle nur noch deutlicher sagen, mit mehr Stolz und Selbstbewusstsein von unserem Harz sprechen. Liebe Wanderfreunde, diese Botschafter, diese Menschen, die positiv von uns, vom Harz, sprechen und für uns stehen. Aus meiner Sicht ist das ein Kernproblem im Harz: Nicht, dass wir hier schlecht sind oder irgendetwas schlecht ist, sondern vielmehr, dass wir selbst an vielen Stellen nicht die besten Botschafter des Harzes sind. Wir jammern und kritisieren ja noch mehr als andere Regionen in Deutschland. 

 Deshalb: Dank an Brockenbenno, der heute mit seinem 8.000 Aufstieg beweist, dass er ein großartiger Botschafter des Harzes ist. Wir brauchen noch mehr Brockenbennos. 


(…..)

Riesige Herausforderungen haben die Menschen in Ost- und West in den vergangenen 25 Jahren gemeistert. Ich meine damit nicht nur die Wiedervereinigung, ich erinnere auch an die schwere Finanz- und Wirtschaftskrise vor 10 Jahren. Und heute? 810.000 Flüchtlinge im vergangenen Jahr sollen also für uns nicht zu bewältigen sein? Und im Umfeld des Jahresberichts der Bundesregierung zum Stand der Deutschen Einheit bestimmt eine Botschaft die Schlagzeilen: Fremdenhass und Rechtsextremismus seien allein ein Problem des Ostens. Dresden, Stichwort Pegida, steht als Symbol dieser Entwicklung. 

(….)

 Liebe Wanderfreunde, Hier wird ein schiefes Bild gemalt. Denn die große Mehrheit der Ostdeutschen ist weder fremdenfeindlich noch rechtsextrem. Im Gegenteil, Weltoffenheit ist weder in West noch Ost ein Fremdwort. Es gibt kein dunkles und kein helles Deutschland - weder hier noch dort! Begriffe wie “Dunkeldeutschland” erklären nichts, sie machen nichts besser, sie schaden, sie stigmatisieren und grenzen aus. Aufstieg der AFD ist kein Ost- West – Thema. Es ist ein gesamtdeutsches Thema. 

 Was heißt das für den Stand der deutschen Einheit? 

 Warum sage ich das heute? 

Der 03. Oktober beweist: Nicht verzagt sein, mutig nach vorne schauen, Chancen nutzen! 

 Der 03. Oktober beweist: Wir schaffen das, Die Deutsche Einheit ist gelungen, und uns werden auch andere Herausforderungen gelingen. 

 Der 03. Oktober beweist: Wir haben ein positives Nationsgefühl gewonnen. Und zwar vor 25 Jahren, nicht mit dem Sommermärchen der Fußball-WM 2006, was gerne behauptet wird. Unser Verhältnis zu uns selbst hat sich entkrampft, ohne dass wir das Bewusstsein für die Schatten unserer Geschichte verloren hätten. Das gilt in Ost und West. 

 Der 03. Oktober beweist: Die Mauer in den Köpfen ist längst Geschichte. 

Der 03. Oktober gibt uns allen Kraft und Mut und Selbstbewusstsein, für alle Herausforderungen, die in den nächsten 12 Monaten und darüber hinaus auf uns zukommen. Auf den Harzklub mit den 90 Zweigvereinen und den 13.000 Mitgliedern wird man dabei weiter zählen dürfen!


Und neben Festansprachen, Dr. Ermrich hat in einer beeindruckenden Rede an den verstorbenen Brockenwirt Steinhoff erinnert, Dr. Heuck erinnerte an die Aufbauarbeit des Harzklubs nach 1990, feierten wir natürlich auch unser Harzklub-Mitglied Benno Schmidt. 

Wanderfreund Benno Schmidt hat heute den Brockenaufstieg Nr. 8.000 geschafft. Mit 84 Jahren! Respekt und Glückwunsch!

Und Wolfgang Lippert, der Brockenbenno vor zwei Jahren kennengelernt hat, war eigens heute auf den Brocken gekommen, um Benno zu gratulieren.