Regiopolregion Harz

Der Arbeitgeberverband arbeitet seit 25 Jahren länder- und kreisübergreifend für die Wirtschaftsregion Harz. Hier Auszüge aus meiner Rede im Rahmen des Jahrestreffens des Arbeitgeberverbandes am 23.03.2015 


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Hier in der Aula regis unserer ehrwürdigen Kaiserpfalz spreche ich gerne über Kultur, über unseren Kaiserring, unser Weltkulturerbe.

Wichtige, harte Standortfaktoren, mit regionaler Strahlkraft, die aber bezahlt werden wollen, die ohne eine funktionierende Wirtschaft nicht bezahlt werden können.

Wie ist unsere städtische wie regionale Wirtschaft eigentlich aufgestellt?

Nun, meine Damen, meine Herren, jeder von uns weiß, dass wir nicht das Zentrum einer pulsierenden Metropolregion sind.

Aber wir haben starke Städte, starke Regiopole, als regionale Entwicklungsmotoren.

Regiopole und Regiopolregion sind Begriffe aus der Raumordnung, die das Ziel haben, Kommunen an der Entwicklung eines Wirtschaftsraumes teilhaben zu lassen und langfristig zu stärken. Dabei geht es vor allem um die Außenwahrnehmung als starker Verflechtungsraum, der nicht an vorhandenen Stadt- oder Kreisgrenzen aufhört.

Unser Harz, unser gemeinsamer Verflechtungsraum, der bisher viel zu stark auf den Tourismus fokussiert wird, ist damit eine Regiopolregion mit Potenzial

 z. B. Goslar:

Über 20.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Goslar in rund 4.500 Gewerbebetrieben, ein Gewerbesteueraufkommen von ca. 18 Mio. Euro, eine Einzelhandelszentralität von 183 Prozent.

 z. B. Wernigerode:

In Wernigerode kommen die Einnahmen aus der Gewerbesteuer auf 13 Mio. Euro bei 15.800 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

z. B. Osterode:

zuletzt eine Gewerbesteuer in Höhe von 14,5 Mio. Euro

und 9.600 Beschäftigte

 z. B. Nordhausen:

ein Gewerbesteueraufkommen von stabilen 14 Mio. Euro bei  rund 22.000 Beschäftigten

 Meine Damen, meine Herren,

die Zahlen belegen doch eindrucksvoll, dass unsere Region eben nicht allein auf den Tourismus reduziert werden darf, denn daneben sind gewiss auch

die TU in Clausthal,

die Chemie in Langelsheim,

die Hochschulen in Nordhausen und Wernigerode,

Recycling in Oker,

Gips in Osterode,

die Mittelständler in der Baßgeige,

der Industriepark in Ilsenburg,

die Brauereien in Wernigerode und Altenau,

- um nur einige zu nennen -

die Pole, Regiopole unserer Regiopolregion.

Das Potenzial nutzen, die Kraft entfalten – dies wird aber nur dann gelingen, wenn wir uns noch stärker als eine gemeinsame Region begreifen, die sich aktuell in fünf Landkreisen, verteilt auf drei Bundesländer, darstellt.

So kompliziert ist das nicht, der Arbeitgeberverband – Sie meine Damen und Herren – praktizieren diese nützliche Form der übergreifenden Arbeit erfolgreich schon seit Jahren und stehen für den Wirtschaftsraum Harz, machen ihn sichtbar.

Im 25. Jahr der Wiedervereinigung sollten wir daher kräftig und selbstbewusst gemeinsam die Kraft des Harzes postulieren, um nicht weiter von unseren Bundesländern als problematische Randlagen wahrgenommen zu werden.

Und wir sollten uns zusammen, kreis- und länderübergreifend, um unsere Städte, die Entwicklungsmotoren, und die Verflechtungsräume kümmern.

Vielleicht kann so eine Regiopolregion entstehen. Ich jedenfalls habe Interesse daran, diesen Gedanken konkret weiterzuverfolgen.

Meine Damen und Herren,

Wir brauchen Optimismus und kein Krisengerede,

Wir brauchen Mut und kein Klein-Karo,

Wir brauchen Impulse und Veränderung und kein Bewahren

Wir müssen die Region an vielen Stellen neu und breiter denken:  Gleichgültig ob dies Stadtgrenzen, Kreisgrenzen, Regions- oder Landesgrenzen sind.

Verehrte Gäste, Sie kennen den Satz des ehemaligen Skispringers Jens Weißflog: „Man fliegt immer nur so weit, wie man im Kopf schon ist“.

Vielleicht, sehr geehrter Herr Hörmann, sind Sie als ehemaliger Präsident des Deutschen Ski-Verbandes, heute vom Arbeitgeberverband eingeladen worden, weil sich die Verantwortungsträger der Region vom Skifahren eine Menge abschauen können:

Ausdauer und Konzentration;

einen ausgeprägten Gleichgewichtssinn.

Gespür für die Schneeverhältnisse.

Wahl der richtigen Ausrüstung

Eine sichere Bindung

Ordentliches Wachs

 Das wichtigste aber:

Es braucht immer auch ein wenig Mut!

Und dann heißt es starten und losfahren. Auf die eigene Kraft und Stärke vertrauen

Und zwar

ohne eine neue Untersuchung, ob irgendwo Steine im Weg liegen könnten,

ohne ein zweites Material-Gutachten,

ohne die dritte Statistik über die Neigungswinkel.

Gerade bei uns im Harz hat lange Zeit jeder für sich allein in den Schneewehen festgesteckt, vor sich hin geräumt und darüber geklagt, dass alles schlecht ist.

Nehmen wir alle miteinander die Schaufel in die Hand und lassen Sie uns gemeinsam arbeiten,

an mehr Miteinander

an der weiteren Stärkung unserer Wirtschaft

gerne auch an dem Wachsen einer Regiopolregion

am Weiter- und Vorankommen!

Und vorankommen wollen wir auch heute im Ablauf Ihrer Jahresveranstaltung, deshalb gebe ich das Mikrofon ab.

 

Vielen Dank, Glückauf und Skiheil!