Mit zu viel Drehzahlen steigen die Abgase

Große Aufregung herrscht im SUV-Land Deutschland. Die „Blaue Plakette“ soll kommen und diese sei ja nach Auffassung des Niedersächsischen Ministerpräsidenten „nur eine freundliche Umschreibung für Fahrverbote“. Aufgeregt sind die Politiker, vor allem diejenigen, die sich um dieses Thema offenbar in den vergangenen Jahren sehr eifrig gekümmert haben (auch in Niedersachsen bei VW!!)….. 

Daher EIN ZWISCHENRUF zur Abgaskeule und der Frage, wo wir in Zukunft leben wollen.

Wenn es nicht so traurig wäre, es wäre fast lustig. Was die hohen Mieten für kleine Wohnungen nicht schaffen, schafft jetzt vielleicht der alte Familien-Volvo. 

Aufgeschreckt durch die gestrige Gerichtsentscheidung befürchten nun viele Eigentümer von alten Dieseln ein bevorstehendes Fahrverbot für die Großstädte in Deutschland. Mindestens die Innenstädte sind dann künftig zu meiden und auch die dortigen Geschäfte befürchten bereits Lieferengpässe. 

Ob aber die überhitzten Metropolen in unserem Land - mit oder ohne Rußbelastung - überhaupt noch lebenswert sind, diese Frage wird dabei für mich auch weiterhin zu selten gestellt. Ist es doch schon in den vergangenen Jahren für eine Familie fast unmöglich in Hannover, Hamburg oder Berlin eine adäquate Wohnung zu mieten, von einem Kauf ganz zu schweigen. 

Die kleine Wohnung in der nächsten Großstadt wird zum Prestigesymbol, obwohl der tatsächliche Nutzen und die Lebensqualität ganz sicher zurückstehen. 

Wohn- und Lebensqualität finden immer mehr Menschen außerhalb der Großstädte. Auch Goslar wächst wieder, die ländlichen Räume gewinnen. Das Thema Digitalisierung bringt zusätzliche, neue Chancen für die Regionen außerhalb von Großstädten.

Der Harz zeigt es, auch viele andere Kommunen im jeweiligen „Speckgürtel“ der Hotspots. Die Stadt Goslar bietet bezahlbaren Wohnraum, bietet Baugebiete mit vertretbaren Preisen und bietet eine Anbindung an Braunschweig oder Hannover, die sowohl mit dem Auto als auch mit der Bahn gut zu meistern ist. 

Wir liegen am Rande der Metropolen und haben, sicher auch durch die Lage am Harz, keine Probleme mit Dieselverbotszonen, nicht funktionierenden Mietpreisbremsen, fehlenden Kita-Plätzen und und und. 

Jeder, jede Familie, stellt sich irgendwann die Frage, wo und wie sie leben will. Und vor dem Hintergrund immer größerer Probleme in den Großstädten werbe ich weiterhin dafür: Sucht Euch Mittelstädte, in denen Leben funktioniert und bezahlbar ist. Hier gibt es Handwerk, Versorgung, Naherholung, Kita-Plätze, Infrastraktur, Kultur, Schwimmbäder und bezahlbaren Wohnraum für alle Altersklassen. Hier gibt es keine Fahrverbote, denn hier gibt es keine Abwärtsspirale um Abgasspiralen.  Und hier gibt es Arbeitsplätze, Breitband und auch sonst all das, was für ein gesundes Leben nötig ist. 


Verbote und Reglementierungen (siehe Mietpreisbremse) helfen nicht, ein Umdenken beginnt bei der Wohnortwahl und hier wird Goslar weiter gewinnen. Und wer noch sauberere Luft als in Goslar mit vergleichsweise wenig Straßenverkehr atmen möchte: Goslars höchstgelegener Stadtteil Hahnenklee ist ein ausgewiesener Luftkurort. Wie das Luftqualitätsgutachten ergeben hat, weisen nur 2 bis 3 Prozent aller Kurorte in Deutschland eine geringere Stickstoffoxid- und Grobstaubbelastung auf. Ganz ohne Fahrverbot.