Herzenssache Goslar: Walpurgisfest

Walpurgisfeiern haben im Harz eine lange Tradition. Hexen, Sagen und Mythen beherrschen für ein langes, sonniges Wochenende das Bühnenbild des Harzes.

Bildquelle: Gleisberg/GMG

Eine fast ebenso lange Vita hat – nicht nur in Goslar – dabei die Tradition des Diskutierens über die Art und die Durchführung der jeweiligen Veranstaltung. Zu laut, zu klein, zu wenig für Kinder, zu groß, viel zu wenig mit Hexen, viel zu viel mit Kommerz und natürlich das Totschlagargument schlechthin: zu teuer! 

Das kenne ich in Goslar inzwischen ja auch aus anderen Zusammenhängen: Chefnörgler bilden sich ja insbesondere auf den Leserbriefseiten der GZ ab.

Aber seien wir doch mal ganz ehrlich, eine Veranstaltung, über die nicht gesprochen wird, über die nicht diskutiert wird, die gibt es einfach nicht. Veranstaltungen und Angebote zu machen ist immer ein wenig wie Bundestrainer sein: es können einfach alle besser, am besten natürlich die, die das „Spiel“ vom Sofa aus ansehen und noch nie eine Bierbude aufgebaut haben. 

Bild: Gleisberg

Daher, weil ich schon ahne, was nach diesem Wochenende wieder alles diskutiert und „bessergewusst“ wird, meine heutige Herzenssache zu unserem Walpurgisfest. 

Viele Jahre haben wir in Goslar nach einer geeigneten Lösung gesucht, war die Frage nach dem großen Wurf oder der kleinen, netten und regionalen Veranstaltung im Raum. Einvernehmlich haben wir nun seit zwei Jahren im Aufsichtsrat der GOSLAR marketing gmbh das neue Walpurgiskonzept beschlossen und durchgezogen. 

Z. B. auch die beliebte Selfi-Box von Andreas Keller wird dabei in diesem Jahr wieder auf dem Markplatz zu finden sein und auch die „gruseligen“ Bäume sind zurück. 

Ein Fest für Familien und ein Fest auf und in der guten Stube der Altstadt. Die Kulisse ist dabei echt und ich bin sicher, wir verzaubern viele unserer Gäste und natürlich auch die Einheimischen erneut. 

Denn insbesondere um die geht es uns, ES GEHT UM UM UNS! Es ist wichtig, wie wir selbst von und über unsere Stadt und Region sprechen. 

Bildquelle Gleisberg/GMG

Machen wir uns Mut und trauen uns etwas zu oder finden wir immer das Haar in der Suppe? Wenn wir es zulassen, dass uns unsere Feste Freude bringen und wir den Moment genießen, dann wird sich das auf unsere Gäste übertragen. 

Ich durfte in dieser Woche die Oberbürgermeister aus Essen und Leipzig in Goslar begrüßen. Heute, da sind wir uns sicher einig, zwei Städte mit geradezu extremen Potenzial und echte Leuchttürme in ihren Regionen. Das war aber nicht immer so. Im Gegenteil, es hat in beiden Städten wahre und fast sprichwörtliche Stahlbäder der Deindustrialisierung gegeben. 

Durch das Besinnen auf eigene Stärken und das konsequente Verzichten auf Kopieren und Nachmachen, haben es beide Städte durch die Talsohle geschafft und sind heute blühende Beispiele für einen Neuanfang. 

Diesen Mut, dieses Duchhalten und dieses „wir sehen das Glas halb voll“ brauchen wir auch. Zurück auf unsere Feste bedeutet das für mich: Wer die ganz große Party sucht, zehntausende Besucher und das große Knallen, der kommt bei den Mega-Walpurgisfesten in Thale, Schiercke oder Wolfshagen voll auf seine Kosten. 

Wer es etwas kleiner, dafür aber gemütlich und familiär sucht, der ist in Goslar und vielen anderen Orten sehr gut aufgehoben. Es ist eben für alle etwas dabei in unserem Harz. Also, raus ins lange Wochenende, ran an die Stände und fröhliches Schauern.

Herzenssache Goslar: Das Walpurgisfest, 

in Goslar am Sonntag auf dem Marktplatz:

Ab 13 Uhr auf dem Marktplatz, Schminken ab 15 Uhr, verkaufsoffener Sonntag von 13 bis 18 Uhr, Live-Musik auf dem Marktplatz bis der OB nach Hause geht. 

In Hahnenklee:

Um 13 Uhr startet der Walpurgismarkt, Um 15 Uhr Kinderfestumzug - Treffpunkt an der Stabkirche mit Spielstationen dann im Kurpark. Attraktive Live-Musik ab 20 Uhr. 

In Wiedelah:

Walpurgisparty ab 17 Uhr!

UND Dann in Wiedelah ist auch der 01. Mai interessant: 10 Uhr Gottesdienst, 11 Uhr Maibaumaufstellen.

Herzlich Willkommen!

Oliver JunkHerzenssache