Herzenssache Goslar: viewfinder-harz.de

Meine Herzenssache Goslar in dieser Woche: „Viewfinder – Harz im Gegenlicht“  


Goslar feiert in diesem Jahr 25 Jahre Welterbe im Harz. Vor einem Vierteljahrhundert – am 14. Dezember 1992 – ernannte die Unesco die Goslarer Altstadt und das ehemalige Erzbergwerk Rammelsberg zum Weltkulturerbe der Menschheit. Im August 2010 kam die Oberharzer Wasserwirtschaft noch hinzu. Was für ein Titel, was für eine Ehre! Welterbe wirkt! 


Natürlich nach Außen, begeistert Gäste unserer Stadt, lockt Touristen an. Insbesondere die internationalen Gäste machen ihren Besuch in Goslar vom Welterbestatus abhängig. 25 Prozent der über 100.000 Besucherinnen und Besucher am Rammelsberg kommen aus dem Ausland. 

Goslar ist Kulturstadt, aber die Welterbeauszeichnung macht Goslar eben zum Kulturporsche. 

Welterbe wirkt aber auch nach Innen. Macht uns stolz! Ist ein Standortfaktor. Unternehmen, Menschen – wir fühlen uns eben wohl in unserer Stadt, fühlen uns wohl, weil wir einen Welterbestatus haben. Als eine von 8 Altstädten in Deutschland, die sich dieses Prädikat verdient haben. Eine von 8 Altstädten! Das ist tatsächlich ein Alleinstellungsmerkmal, das die Touristiker ja so gerne suchen. 


Natürlich bedeutet so ein Status auch Verantwortung – wir müssen dieses Weltkulturerbe pflegen & erhalten. Wir müssen es aber auch vermitteln – dieser Aspekt kommt gerne einmal zu kurz. 

Und deshalb haben wir uns schon vor reichlich zwei Jahren auf den Weg gemacht und gemeinsam mit Stefan Sobotta, Gerd Lenz und Tobias Henkel habe ich Gedanken entwickelt und diskutiert, im Welterbejahr 2017 auch Botschafter des Welterbes sichtbar zu machen. 

Denn hinter dem Welterbe stehen stehen Bauwerke, Orte und Menschen. 

Und genau die hat das Projekt „Viewfinder – Harz im Gegenlicht“ (www.viewfinder-harz.de) jetzt in unserem Jubiläumsjahr sichtbar gemacht. Die Projektbeschreibung bringt es auf den Punkt: „Zwölf Monate bereisen zwei Kreative“ – das sind Stefan Sobotta und Tom Tautz – „den Harz und portraitieren zwölf Orte, die alle auf ihre eigene Art und Weise Botschafter des Welterbes sind.“ 


Unser Rammelsberg, das Ratshaus und die Kettenstraße in Goslar, das Kloster Walkenried, die Grube Samson in St. Andreasberg und viele mehr. Viewfinder. Das ist für mich vor allem Ideengeber und Initiator Stefan Sobotta. 

Der hat das Potential unseres Welterbes erkannt. „Es gibt unheimlich viele spannende Geschichten und Hintergründe, die man darstellen, Personen, die man vorstellen kann“, sagt der Fotojournalist. Die multimediale Reportage wartet mit Fotos, Texten, Videos, imposanten 360-Grad-Bildern und Luftaufnahmen auf. 

Wer die erste Folge – gleichgültig welche – ansieht, erkennt sofort die hohe Qualität. Viewfinder ist ein Premiumprojekt, aber Qualität bedeutet hohen Aufwand, und hoher Aufwand kostet Geld. Deshalb haben wir viele Sponsoren aktivieren müssen, aber eben auch gewinnen können. Gerne habe ich mich auch persönlich eingesetzt. 

An dieser Stelle noch einmal ein dickes Dankeschön an die Sponsoren: Schneider Kreuznach, Stiftung Unesco Welterbe im Harz, Weltkulturerbe Rammelsberg Museum und Besucherbergwerk, Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, HarzKurier, Stadt Goslar, Altenauer. Nicht zu vergessen die Unterstützung der Firma Schneider Kreuznach sowie Helmut Krauss, den das Viewfinder-Duo für den Trailer gewinnen konnte. 

Ursprünglich waren einmal 24 Geschichten geplant – leider fehlte die finanzielle Polsterung. Aber sollte es weitere Unterstützer geben, wäre laut Stefan Sobotta für die Zukunft mehr denkbar. Er hat offensichtlich Freude daran, hinter die Kulissen unseres Welterbes zu schauen. Denn man muss Spaß daran haben, um solchen Aufwand zu betreiben. Allein drei bis vier Stunden dauert der Dreh und die Fotografie pro Folge, einen Tag wird zu Hause geschrieben, zuvor rund drei Tage recherchiert. Rund zwei Tage dauert die Produktion. Und es braucht natürlich Wissen und Können, es braucht Erfahrung und den richtigen Blick. 

„Ich weiß, was ich an Bildern brauche und was ich brauche, damit die Geschichte sich trägt“, erklärt Stefan. Er hat bei allem Handwerkszeug auch die Verbindung zu unserem Welterbe, ist als Ur-Goslärscher, wie man so schön sagt, hier verwurzelt.

 Ich als Zugezogener weiß aber: Das Welterbe zieht auch Menschen in ihren Bann, die nicht hier verwurzelt sind. Mich haben Goslar und der Rammelsberg, ja der ganze Harz, sofort überzeugt. Wir haben hier einen echten Schatz! Wer sich dessen noch nicht bewusst ist, sollte sich unbedingt Viewfinder anschauen. 

Denn, wie die Macher selbst schreiben: „Viewfinder schaut dem Harz ins Herz.“ Mittlerweile sind zehn der zwölf Geschichten veröffentlicht – und bin schon gespannt auf die nächste! Nur ein kleiner Hinweis: Es geht um Rettung aus dem Altbergbau. Herzenssache Goslar: „Viewfinder – Harz im Gegenlicht