Herzenssache Goslar: Unsere Stadtbibliothek

Ja, ein wenig Wehmut war natürlich heute Morgen schon dabei. Nach fast 100 Jahren verlässt die Stadtbibliothek ihr Gebäude in der Marktstraße. 

 Am 1.12.1919 war Einzug in das Gebäude. Von 1976 sind die ersten Umzugspläne, das ist mein Geburtsjahr. So lange diskutiert man in Goslar darüber, wohin mit der Stadtbibliothek. 

Das Gebäude ist charmant, für die Anforderungen einer Bibliothek allerdings unzulänglich, dazu hatte das Gebäude selbst erhebliche Reparaturnotwendigkeit. Mit meinen Baufachleuten haben wir den Reparaturbedarf für die Stadt Goslar auf drei Millionen Euro beziffert. 

 Natürlich wurde im Rahmen unseres Zukunftsvertrages auch über die Bibliothek gesprochen. Und sie wurde im Rahmen des Prozesses nicht nur zum Schonvermögen. Vielmehr haben wir uns gesagt, dass wir jetzt auch endlich Zukunft organisieren müssen. 

 Aus Bayreuth hatte ich eine tolle Idee mit nach Goslar gebracht. Die Umnutzung einer innerstädtischen „Problemimmobilie“ zu einer attraktiven, modernen Stadtbibliothek mit Zusatzfunktionen, Frequenzbringern – zu einem Ort der Begegnung. RW21 in Bayreuth! Ganz sicher beispielbegebend. Macht mich heute noch ein wenig stolz, dass ich als „kleiner“ Stadtrat in Bayreuth daran mitwirken durfte. 

 Und nach Goslar haben wir die konkrete Idee mitgebracht (nach einem Besuch mit Frau Brocks, Herrn Siebert & Herrn Gutmann in Bayreuth) und wir haben das in die Goslarer Konzeption und Strategie übersetzt. Archiv, Kaiserpfalzschule, Museum als Stichworte. Und dann hat Herr Gutmann ein super Konzept geschrieben und Herr Siebert ein konkretes Förderprogramm in Berlin entdeckt und Herr Gabriel hat dabei geholfen, dass wir auch auf dem Stapel in Berlin ganz oben lagen.

 Ja, und heute: Die Zukunft der neuen, modernen Stadtbibliothek ist ganz nah. Ganz besonders freue ich mich darauf, dass aus zwei Regalen für die Jugend deutlich über 100m² werden Und ich freue mich, dass Frau Brocks und ihr Team die tolle Möglichkeit erhält, ihre Ideen auch umzusetzen. 


 Dazu gehören eben die Aufstockung von Kinder und Jugendbereich. Dazu gehört der Aufbau des Lernbereichs, dazu gehört Barrierefreiheit, dazu gehört auch ein Bereich für Eltern mit Kindern, dazu gehört ein Stillarbeitsbereich, aber eben auch ein Bereich für kleine Arbeitsgruppen Rund 1000 Bücherkartons (Magazin ist schon in die Sporthalle umgezogen), 500 laufende Meter, 30.000 Medien sind zum Teil schon verpackt bzw. müssen noch verpackt werden. 


 Da hilft auch kräftig der Förderverein Stadtbibliothek mit: http://www.foerderverein-stadtbibliothek-goslar.de 

 Vielen Dank an Sandra Bogisch und ihre Vereinsmitglieder. Ein großartiger Verein, der noch viel mehr Mitglieder verdient. 

Unsere neue Bibliothek wird Teil des Kulturmarktplatzes, wir rüsten auf und erweitern, schaffen neue Attraktivität. 

 Ich freue mich sehr darauf und bin überzeugt davon, dass GERADE HEUTE Bibliotheken wichtige Funktionen erfüllen: 

 Mir fällt dazu ein: Sie sind keine tristen Ausleihstationen, sondern Lernorte mit perfekter Multimedia-Ausstattung! Sie sind Raum für Begegnungen und Kommunikation, Raum für Veranstaltungen und Ausstellungen! Nutzer werden durch geschultes, motiviertes Personal, Bibliothekarinnen bei uns, betreut. Sie helfen, organisieren, recherchieren, erschließen, vermitteln. Bibliotheken bieten eben auch noch gedruckte Bücher, sie sind vernetzt mit anderen Bibliotheken – Stichwort Fernleihe. Unsere Bibliotheken retten Wissen, vermitteln Wissen. Sie hilft Schülerinnen und Schülern. 

 Und vielleicht fällt Ihnen, fällt Euch auch noch was ein: Warum brauchen wir heute Bibliothek in Goslar, auf was freut Ihr Euch besonders?

#Herzenssache Goslar: Unsere Stadtbibliothek