Herzenssache Goslar: Unser Ortsteil Hahnenklee

Perspektive wechseln, Urlaubern zuhören, sich Zeit nehmen. Schon in der vergangenen Woche habe ich im Rahmen meiner „Herzenssache“ aus Hahnenklee/Bockswiese berichtet, genauer gesagt vom Campingplatz Kreuzeck. 

Aber vier Tage Urlaub auf dem Campingplatz verbringt man natürlich nicht nur auf dem Campingplatz, sondern ist ganz viel unterwegs: Liebesbankweg, Bocksberg, Walpurgisfest, Bockswiese, Paul-Lincke-Stube, Hahnenklee, Gastronomie…… 

 Und ich habe ganz viele Geschichten gehört (und natürlich auch selbst erzählt ☺), war im Gespräch mit Touristen wie Einheimischen, Campern und Nichtcampern, Anglern, Wanderern, Mountainbikern, Biertrinkern, Eltern, Kindern, Gastronomen und und und. Und ich habe einen weiteren - und z. T. auch anderen - Blick für unseren so stark vom Tourismus abhängigen Ortsteil bekommen. Das hat sich wirklich gelohnt. 

Warum? Nun, weil ich eben mit anderem Blick, vielleicht auch in einer anderen Stimmung, unterwegs sein konnte. Zunächst eine wichtige Erfahrung: Da ist nämlich überhaupt kein Jammerort und es gibt schon gar nicht gibt es Grund zum Jammern. Ich habe ganz viel an Veränderung, an Dynamik, an Mut und Investitionen erfahren und gesehen. Und bei aller Bedeutung der Entwicklung bzw. Umnutzung von Kurhaus und Kurmittelhaus, die Initialzündung für Hahnenklee/Bockswiese wird das nicht mehr. Denn: Der Ort hat bereits gezündet! Das Tal der Tränen ist längst durchschritten, Die Übernachtungszahlen steigen Jahr für Jahr. Ja, ich bin ganz sicher: Wir brauchen nicht noch mehr „Leuchttürme“ und Magneten. Wir brauchen keinen 2. Baumwipfelpfad im Harz und auch kein weiteres Eisstadion. Wir müssen in Hahnenklee nur das gut und noch besser machen, was die Touristen von uns wollen. 

Wir machen nämlich richtig viele und attraktive Veranstaltungen! Walpurgis war richtig gut, und noch besser wird es, wenn wir die Gastronomen aus Hahnenklee einbinden und das Fest ins Zentrum ziehen. 

Und wir sind natürlich extrem attraktiv für den Wintersport. Gemeinsam mit Braunlage und dem Hexenritt haben wir die Wintersportattraktivität im Harz extrem verbessert. Auch die attraktive Schierke-Feuerstein-Arena in Schierke ist in diesem Zusammenhang zu nennen.

Aber, das was wir machen, das muss wertig sein. Das ist das, was die Menschen im Urlaub wollen. 

Und da steht ganz vorne: Natur und Luft. Sich in einer herrlichen Natur- und Kulturlandschaft bewegen, ein wenig sporteln, gut (nicht günstig!) übernachten. Und da hat jeder seine Präferenz: Hotel, Camping, Appartement. Attraktiv Essen und Trinken gehört ganz sicher auch dazu. 

Da ist zunächst mal das Thema Wandern. Zugegeben: Ich bin erstmals die komplette Runde Liebesbankweg am Stück gelaufen. Und am vergangenen Wochenende war ich überrascht von den Menschenmengen, die sich dort bewegt haben: Die reinste Völkerwanderung, Polonaise. Was heißt das? Den Weg pflegen! Was heißt das noch? Weitere attraktive Wanderwege ausschildern und anbieten. Das muss nicht gleich ein weiterer Premiumwanderweg sein. Mit dem Harzklub gibt es es einen guten Partner in Hahnenklee und mit unserer Idee des neuen Wanderweges zwischen Hahnenklee und Goslar liegen wir richtig. Und wir sollten wirklich auch mal mehr über die Menschen berichten, die mit ihren Ideen und ihrem Engagement Erfolg haben. Da ist nämlich deutlich mehr als der Bocksberg mit der Sommerrodelbahn. 

Die Downhill Piste begeistert mich - sorry - nicht mehr so. Sie zieht richtig viele junge Menschen nach Hahnenklee. Das freut mich, und die brauchen wir auch. Aber die Eingriffe in die Natur und die Konflikte mit den Fußgängern sind ungelöst. Immer noch. Hier besteht wirklich Handlungsbedarf.  Was nutzen eigentlich “Vorsicht” Schilder für Wanderer, wenn Familien mit Kindern unterwegs sind und die Kinder - wie üblich im Wald - nicht an der Hand der Eltern gehen, sondern 50 Meter vorangehen und hinterherlaufen? Also liebe Freunde in Hahnenklee: Löst das Problem bitte, sonst wird es die Stadtverwaltung lösen müssen. 

Ich habe ferner das Ehepaar Sperling in Hahnenklee besucht. 

Eine wirklich schöne Geschichte. Frau Sperling hatte sich im Jahr 2015 in der Rathaussstraße in Hahnenklee eingemietet: Kleiner Laden, 350 EUR Kaltmiete – und sie hat selbstgebackenen Kuchen verkauft - das macht sie bis heute.

Schnell hat der Raum nicht mehr ausgereicht. Eine größeres Geschäft wurde gemietet und noch mehr Kuchen verkauft. Aus einem Geschäft sind dann zwei Geschäfte geworden. 

Am 1. Mai  ist ein neuer Kiosk eröffnet worden! Gemeinsam mit Sandra Bogisch von der Wirtschaftsförderung habe ich am “Tag der Arbeit” gratuliert - war ja auch kein Weg vom Campingplatz Kreuzeck :-) 



Und es wird noch besser! 

Der Kiosk wird  noch in diesem Jahr um einen kleinen Supermarkt erweitert, den Hahnenklee so dringend braucht. Und damit wird ein weiterer Leerstand beseitigt. Ist das nicht super? 

Fünf Geschäfte sind es damit inzwischen, alle in der Fußgängerzone in Hahnenklee, die die Familie Sperling betreibt. Das mal zu dem Thema, dass in Hahnenklee nichts läuft und man dort kein Geld verdienen kann. 

Und ich habe jetzt nicht berichtet über viele andere gute Geschichte. Zum Beispiel das Hotel Walpurgishof von Axel Bender, der richtig tüchtig investiert hat in den vergangenen Jahren. Z. B. die neuen Ferienhäuser von Almuth Ahrends. Zum Bespiele viele renovierte Ferienwohnungen und Ferienhäuser.

Ich fasse zusammen: Der Tourismus in Hahnenklee und Bockswiese boomt. Der Ort funktioniert. Weiter daran arbeiten, dass wir noch besser werden! 

Meine #Herzenssache #Goslar in dieser Woche: Der Ortsteil Hahnenklee.