Herzenssache Goslar: Rudelgucken

Ja, das war es dann leider schon wieder mit dem Rudelgucken in Goslar. Nach dem Ausscheiden gestern im Halbfinale werden wohl am Sonntag keine 4.000 Menschen mehr auf die Pfalzwiese ziehen, fürs Rudelgucken.

Foto: Uwe Epping

Aber, oder gerade deshalb, dieses Public Viewing, dieses Rudelgucken, vor der Kaiserpfalz ist meine “Herzenssache Goslar” in dieser Woche.

Denn: Goslar ist zusammen, Goslar ist auf den Beinen. Tausende Menschen strömen auf die Pfalzwiese. Für viele ist das gemeinsame Jubeln nicht mehr wegzudenken, dabei hat es noch gar keine allzu lange Tradition. Zumindest nicht an diesem Standort. Früher trafen sich Fußballfans bei besonderen Spielen, etwa dem Finale der Deutschen Meisterschaft, auf dem Marktplatz. Als sich das Rudelgucken dann für Europa- und Weltmeisterschaften durchsetzte, musste eine Alternative her. Erst ging es ins Osterfeldstadion, später zu Heiko Rataj/Jugendherberge am Rammelsberg; bis Jill & Florian Wildmann mit der Idee zu mir kamen mit der Frage, ob das Public Viewing auf der Wiese vor der Kaiserpfalz denkbar sei.


Foto: Uwe Epping


Bedenken? Wie sieht die Wiese danach aus? Sicherheit? Lärm? Anwohner. Natürlich, aber hier geht und ging es um den Ausgleich verschiedener Interessen. Wir suchten einen Weg, die Idee möglich zu machen und wurden vom Veranstalter nicht enttäuscht. 

Die Pfalzwiese ist noch genauso schön wie vorher und bis auf wenige Einzelfälle gab es auch keine großen Scherereien. Alles blieb friedlich. Nach einer erfolgreichen WM vor zwei Jahren – sowohl für die deutsche Nationalelf als auch für die Wildmanns – wurde das Projekt deshalb dieses Jahr bei der EM fortgesetzt. Mit Veränderungen, denn man lernt dazu. Der Sicherheitsdienst weiß durch die WM, wo er noch genauer hinschauen muss. Und am Tonsystem wurde gefeilt, so dass diejenigen, die mit Fußball nichts am Hut haben und zu Hause ihre Ruhe wollen, auch nicht allzu viel mitbekommen. …

Herzenssache Rudelgucken - und so wie gestern Abend ist doch geteiltes Leid, nur halbes Leid. Ich freue mich über dieses Angebot in der Stadt Gosar, über diesen tollen Ort und freue mich über die vielen Fans, die beim diesjährigen Rudelgucken in Goslar wieder dabei waren.