Goslar-Seife

Ja, das redet sich in Wahlkämpfen immer so leicht daher. “Wählt mich und dann sorge ich für ganz viele Betriebsansiedlungen und Arbeitsplätze in der Stadt!” so oder so ähnlich heißt es ja gerne.

Ich habe die Wählerinnen und Wähler stets verschont mit solchen Phrasen, arbeite lieber - insbesondere mit den Kolleginnen und Kollegen der Wirtschaftsförderung, der Bauordnung, der Denkmalpflege - und vielen anderen Verwaltungsteilen - dafür, dass sich bestehende Betriebe gut weiterentwickeln können, investieren in Goslar und natürlich werben wir auch immer wieder für Neuansiedlungen.

Und bei diesen Themen gelingt uns aktuell sehr viel in Goslar. Darüber bin ich richtig froh.  Einer dieser Neuunternehmer war vor drei Jahren Herr Diedrich, der aus Lutter in unsere Stadt umgezogen ist, um Naturkosmetik herzustellen. 

Und als wir für ihn einen Standort gesucht haben und ihm mögliche Flächen in Goslar gezeigt haben, wollte ich wissen: Warum gerade Goslar, denn Produktionsstandorte gibt es ja an anderen Orten? Ich bekam eine Antwort, die mich sehr stolz machte, denn so wie es Herr Diedrich schilderte, zeichnet sich Goslar dadurch aus, dass es schon in seiner Außenwahrnehmung für Qualität und ein gesundes Leben steht. 

Durchaus, denn Hahnenklee zum Beispiel hat einer der besten Luftwerte Deutschlands. Die Altstadt steht noch immer, das liegt natürlich auf der Hand, auch wenn das daran liegt, dass wir Ende des zweiten Weltkrieges vor allem Glück hatten. 

Bild: Naturprodukt von Herrn Diedrich! Die neue Goslar-Seife. 

Aber Glück haben wir eben auch mit Menschen die sich unsere Stadt aussuchen, um dort zu investieren und Herr Diedrich ist ja auch nicht der Einzige. In seiner Reihe stehen: Herr Belger, ein Dentaltechniker, Stefan Nitz von der 3-D-Maker-Lounge und Klaus Nickel, Hersteller von Kartonagen.

Bild: Die Macher der “Goslar Seife”: Klaus Nickel, Harzer Kartonagen; Diedrich, CMD Naturkosmetik, Wilfried Belger, Dental Belger.

Jetzt kann man sich natürlich fragen, was diese vier Herren außer dem gemeinsamen Standort Goslar miteinander zu tun haben?

Die Antwort findet sich in einem 6 mal 8 Zentimeter großen Kartonkästchen und riecht nach Limette.

Und am Anfang war eine Idee:

Wo fange ich an? Nun, die Stadt Goslar benötigt hier und da Gastgeschenke, Anerkennungen, Mitbringsel. Etwa für einen Kollegen in einer Partnerstadt oder für einen Gast, der einen Vortrag bei uns hält. Oder vielleicht auch zu einem runden Geburtstag, einem Firmenjubiläum. Bei der Verabschiedung eines Mitarbeiters……

Naja - und dann ist es eben doch sehr oft wieder die Flasche Wein, auf die wir dann zurückgreifen. Und das hat mir einfach zu oft  nicht gefallen.

In Goslar wird eben kein Wein angebaut. Und eine Flasche Wein passt auch aus meiner Sicht nicht immer richtig. Und gesund soll es ja auch nicht sein - hört man jedenfalls gelegentlich. 

Und als ich erstmals die Seifenproduktion der Firma CMD angeschaut habe (richtig, diese Neuansiedlung von der ich erzählt habe), ist gemeinsam mit Herrn Diedrich und meiner Mitarbeiterin, Frau Landwehr, der Gedanke entstanden, eine Naturseife aus der Stadt für die Stadt Goslar zu produzieren.

“Kein Problem!” sagte Herr Diedrich, “allerdings benötige ich eine Silikonform, in die ich die Seife gießen kann!”

“Besorgen wir” sagte ich Herrn Diedrich zu und fragte Herrn Belger vom Dentallabor Belger.

Bild: Herr Belger in seinem Dentallabor.

Der sagte spontan zu, eine solche Silikonform (kostenfrei!) zu erstellen. Gemeinsam überlegten wir, wie die Seife aussehen sollte und einigten uns auf  die Form eines breiten Zylinders mit einem aufgesetzten Goslar-G.

Doch ein Negativ schnitzen lassen, das erschien uns zu kompliziert, zu teuer. Ich erinnerte mich an einen Firmenbesuch bei Herrn Nitz. Der hat sehr hochwertige 3-D-Drucker und druckt also Formen, die er aus Bildern übersetzt. Die Firma sitzt auch in Goslar, Am Stollen! 

Nun kommt wieder die Dentaltechnik ins Spiel. Herr Belger ist normalerweise dafür ausgebildet, Gebisse abzugießen und Füllungen herzustellen, doch diesmal war sein Ausgangspunkt das Seifenmodell. Dieses begoss er mit Silikon, um einen Negativabdruck herzustellen.

Der Moment, an dem Herr Diedrich an der Reihe war, war gekommen. Der Silikon- Negativabdruck fiel in seine Hände, um sie mit flüssiger Seife zu befüllen. Wie schon weiter oben angedeutet ist Herr Diedrich ein Naturkosmetiker, das bedeutet, das enthaltene Sandorn Fruchtfleischöl zum Besipiel ist aus kontrolliert biologischem Anbau. Beim Erkalten würde die Seife hart werden.

Aber die Herstellung war noch nicht fertig. Jetzt fehlte noch eine Verpackung! Wir entschieden uns für gewellten Karton der zu 80% aus recyceltem Papier besteht und wandten uns damit an Herr Nickel von den Harzer Kartonagen. Auch in die Verpackung stanzten wir (vielmehr Herr Nickel!) ein Goslar-G. Abgesehen von dem Informationszweck, der Sichtbarkeit des Goslar-Bezuges, dient es auch als Luftloch, von dort aus schwebt einem der Limettenduft entgegen und wenn man etwas innehält, erkennt man auch eine Spur Sanddorn.

Prickelnd und fruchtig treten wir nun als Stadt auf, und damit beschreibe ich keine Rebsorte sondern unsere Seife!

Ich bin sehr zufrieden, dass wir so ein Projekt von Kopf bis Fuß auf die Beine stellen konnten, und dass unsere Unternehmen dabei so reibungslos zusammengearbeitet haben. Gestern lag das vollendete Werk bei mir auf dem Bürotisch wo die vier Unternehmer und ich es in Augenschein nehmen konnten. Es ist schon etwas tolles, die fertige Seife tatsächlich in den Händen halten zu können. Deswegen möchte ich, dass auch ihr davon mitbekommt, denn es ist mir eben eine Herzenssache.

Diese Unternehmer haben die Goslar-Seife realisiert:

Links: 

Klaus Nickel

Harzer Kartonagen, mehr Infos:

https://www.harzerkartonagen.de

2. von rechts:

Winfried Belger, Dentallabor Belger, mehr Infos:  https://belger-dental.de

Leider nicht auf dem Bild: Stefan Nitz

https://makerlounge.com

Herr Diedrich (weißes Hemd!), Firma CMD Naturkosmetik. 

https://www.bio-naturel.de/cmd/?gclid=EAIaIQobChMIu6TZteuo3QIVg4eyCh1XvQCWEAAYASAAEgJ66fD_BwE

Bild: Schickes Ergebnis. Nicht nur eine gut riechende, schick aussehende Seife, sondern auch sehr ansprechend verpackt. 

Bild: Seife nach der Produktion bei CMD Naturkosmetik. 

Bild: Produktionsprozess bei CMD

Bild: Beim Haushärten bei CMD

3-D-Drucker von Stefan Nitz! 

Mit dem Ausdruck konnte die Silikonform gegossen werden (Bild oben und Bild unten)