Firma Grillo

Goslar wäre nicht Goslar ohne sein Fachwerk. Und natürlich stimmt das: Goslar ist überproportional abhängig vom Tourismus. Viele Millionen Euros werden Jahr für Jahr durch Touristen in Goslar verdient, z. B im Einzelhandel, in der Gastronomie, in den Hotels. Und deshalb - aber nur als Randbemerkung - mache ich mich stark dafür, dass wir die Marketinggesellschaft in Goslar dauerhaft, solide und in Zukunft noch stärker finanziell ausstatten. Jeder Euro, den wir für Tourismusmarketing investieren, kommt mehrfach zurück!

Goslar wäre aber auch nicht Goslar ohne seine Unternehmen. Industrie und Gewerbe in der Baßgeige, in Oker  - die tragen den Hauptteil der Gewerbesteuer in der Stadt. Eine Zahl? Allein in der Baßgeige haben wir über 6.000 Arbeitsplätze in über 300 Betrieben.  

Und so ein wichtiges Industrieunternehmen ist auch die Firma Grillo in Oker. Meine #Herzenssache #Goslar in dieser Woche:

Die Grillo-Werke AG hat diese Woche eine neue Produktionshalle auf ihrem Werksgelände in Oker eingeweiht. 

4,6 Millionen Euro hat Grillo dafür in die Hand genommen und innerhalb von 11 Monaten dieses imposante Konstrukt gebaut. Erst im vergangenen Oktober wurde eine neue Lagerhalle eingeweiht. 

Insgesamt wurden in den vergangenen zwei Jahren deutlich über 6 Millionen EURO durch das Familienunternehmen Grillo in Oker investiert. 

Goslar ist eben nicht nur Tourismus, sondern auch ein guter Industriestandort. Hier funktionieren Betriebe, hier lohnen sich Investitionen. Grillo macht es vor.

Hier finden Rohstoffe aus unserer Region ihren Weg – sozusagen von „Klein-Oker“ in die große weite Welt. Für die, die nicht so recht wissen, was die Grillo Zinkoxid GmbH herstellt: So ganz klar war mir das zu Anfang auch nicht - das gebe ich zu.

Deshalb habe ich z. B. auch  die Werkstattgespräche vor sechs Jahren initiiert und deshalb besuche ich Woche für Woche unsere Betriebe in der Stadt, oft zusammen mit der Wirtschaftsförderung. 

Dabei berichten mir die Firmenchefs nicht nur von ihren Wünschen und Problemen, sondern präsentieren ihr Unternehmen, ihr Produkt. Unsere Wirtschaftsförderung unterstützt – wie jetzt beim Hallenbau; da konnte gemeinsam eine Förderung von 10 Prozent ergattert werden – damit kann die Sparte Zinkoxid auch ihre Arbeitsplätze um 10 Prozent erhöhen, wie die Aufsichtsratsvorsitzende Gabriela Grillo stolz verkündet. 

Dass die Grillo-Werke AG zum Beispiel immer zu 100 Prozent in Familienhand war – bis auf die Zeit von 1988 bis 1994 – oder dass Grillo der Spezialist für Zink und Schwefel ist, war mir bekannt. Ich habe mir aber nie bewusst gemacht, dass das Unternehmen Stoffe produziert und verarbeitet, die ich alltäglich in der Hand halte. 

Wenn ich einen Kohlkopf auf dem Markt in der Hand halte, freue ich mich über ein regionales Produkt und weiß genau, was ich damit anzufangen habe. Chemische Stoffe schienen mir dagegen immer nur bei hochkomplizierten Prozessen zum Einsatz zu kommen. Aber so abstrakt ist das alles gar nicht. Zinkpulver zum Beispiel findet Verwendung in ganz normalen Batterien. 

Grillo ist ein Unternehmen mit Tradition. Wilhelm Grillo startete 1842 mit einer Eisenwarenhandlung in Mülheim an der Ruhr. Nur sieben Jahre später gründete er ein Zinkwalzwerk in Duisburg-Neumühl und die Metall- und Farbwerke GmbH. Mittlerweile hat das Unternehmen mit seinen Gesellschaften Niederlassungen auf allen Kontinenten – und unter anderem in Oker. Hier gründete Hermann Pape am 3. November 1911 die Metall- und Farbwerke GmbH; mit Erfolg: 1922 produzieren rund 1000 Mitarbeiter Zinkoxide, 1981 startete die Zinkpulverproduktion in Goslar. 1990 wird das Unternehmen eine hundertprozentige Grillo-Tochter und im Jahr darauf umbenannt in Grillo Zinkoxid GmbH. Laut Unternehmenswebsite konzentriert sie sowohl die Produktion, die Analytik als auch die Verwaltung an ihrem Hauptsitz in der Halberstädter Straße. In Oker ist Grillo mit drei „Sparten“ vertreten. Im Geschäftsbereich Metall mit der Produktionsstätte der Grillo-Werke AG und im Geschäftsbereich Zinkoxid mit der Produktionsstätte der Grillo Zinkoxid GmbH sowie mit der Zinkweiss Forschungsgesellschaft mbH. Sie leistet grundlagenorientierte Forschungs- und Entwicklungsarbeit. 

Gabriela Grillo ist total stolz auf ihre Truppe. Der Satz von der Halleneinweihung ist mir hängen geblieben: „Es berührt mich zutiefst, dass ein mittelständisches Familienunternehmen so tolle Forscher und Entwickler hat.“ Da verwundert die Ankündigung von Dr. Melzer nicht, Grillo wolle künftig weitere neue Produkte entwickeln. Zinkakkus seien sehr gefragt. Mit Blick auf den Klimawandel erscheint mir das eine zukunftsträchtige Richtung zu sein. „Fortschritt als Tradition“ – das ist gewissermaßen das Unternehmensmotto der Familie Grillo. 

Entsprechend investiert die Familie immer wieder in ihr Unternehmen und in den Standort Oker. Ich bin stolz und dankbar, dass Grillo mehr als 100 Jahren Oker die Treue hält. Goslar braucht seine Unternehmen, Unternehmen, die investieren, die Arbeitsplätze schaffen. Als Gegenleistung haben die Firmen in Goslar die nötigen Ressourcen: An erster Stelle: Arbeitskräfte. Aber sie schätzen eben auch die Unterstützung unserer städtischen Wirtschaftsförderung. 

Familienunternehmen wie Grillo übernehmen außerdem soziale Verantwortung. Viele Mitarbeiter sind Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Der Ortsbrandmeister aus Oker, Hans-Jürgen Bothe, gehört auch zu den Grillo-Mitarbeitern. Und wenn es brennt oder die Stadt überflutet wird, stellt die Firma sie ohne Murren frei, damit sie als Feuerwehrleute zur Hilfe eilen können. Und da flattert uns bei der Stadt nicht gleich eine Woche später die Rechnung ins Haus. 

Besonders hat mich auch gefreut zu hören, dass das Unternehmen beim Hallenbau möglichst viele Aufträge an Firmen der Region vergeben hat. Weit über 50 Prozent, sagte Dr. Achim Melzer vor wenigen Tagen bei der Eröffnung.

Bei uns in Goslar funktionieren Betriebe. Grillo würde nicht in Goslar investieren, wenn sie nicht wüssten, dass sie hier auch die passenden Arbeitnehmer finden. So etwas kann man nur zu einem begrenzten Teil über das Gehalt steuern. Die Infrastruktur muss stimmen. Die Menschen müssen sich wohl fühlen, denn sie wollen in Goslar nicht nur arbeiten, sondern auch gut leben. Was soll ich sagen; Grillo hat in der Halle gleich Platz für eine Erweiterung gelassen. Ich darf bestimmt bald zur nächsten Einweihung kommen.

#Herzenssache #Goslar: Die Firma Grillo. 

Oliver JunkHerzenssache, Goslar, Grillo, Oker