Herzenssache Goslar: Erweiterung, Ausbau und Neubau unserer Kitas

Es herrscht Leben auf dem Energiecampus (Am Stollen/Siemensviertel). In der Campus-Kita laufen jetzt aber nicht mehr die Bauarbeiter wie fleißige Bienchen (habe im übrigen gerade mit dem Buch „Die Geschichten der Bienen von Maja Lunde“ angefangen…..) durchs Gebäude, sondern die, für die das ehemalige Casino in den vergangenen Monaten umgebaut wurde: die Mädchen und Jungen der Kita zum Frankenberge. 

Vergangene Woche ist die Kita eingezogen. 


Damit bricht eine neue, eine junge Zeit auf dem Energiecampus am Stollen an. Es erfüllt heute schon mit Dankbarkeit und Stolz, einen so langen Weg der Nachnutzung des Casinos und einen so langen Weg der neuen Kita „Zum Frankenberge“ unmittelbar mitverfolgt und mitgestaltet zu haben. 

Zur Kita: Die alten Räumlichkeiten in der Frankenberger Str. der Ev.-luth. Kindertagesstätte Zum Frankenberge waren doch einfach völlig unzulänglich (geworden). Baulich in einem wirklich schwierigen Zustand, die Außenflächen viel zu klein. Das Bringen und Abholen der Kinder unbefriedigend. Viele Jahren haben insbesondere die im Fachbereich 2 meiner Verwaltung zuständigen Kolleginnen und Kollegen (namentlich Herr Siebert und Frau Jünke) nach Verbesserungsmöglichkeiten geforscht, neue Grundstücke in Augenschein genommen, Gedanken entwickelt. 

Mit dem Casino der Rammelsberg-Kaserne auf dem Energiecampus hatten wir parallel eine „Problem-Immobilie“ zu betrachten. Ein wenig Tagungsmöglichkeiten im Charme des Bundesgrenzschutzes der 60er Jahre, mehr war nicht geboten in dieser städtischen Liegenschaft. Auf Vorschlag der Verwaltung dann der Grundsatzbeschluss des Rates: Umbau des Casinos zur neuen „Campus—Kita“ und Ausbau des Tagungszentrums. 

Ich habe die Arbeiten von Beginn an begleitet, durfte die Baustelle regelmäßig begehen. Umso mehr freue ich mich über das Ergebnis: große helle Räume, in denen die Kinder und ihre Erzieherinnen Licht und Platz zum Spielen haben. Zumindest, wenn sie nicht gerade die große Außenfläche erkunden. Ja, zum Schluss gab es ein wenig Hektik, aber bei welchem Umzug gibt es die nicht? Und all der Stress dürfte schon bald vergessen sein, bei all den Verbesserungen. Etwa 60 Tonnen Profilstahl und 20 Kilometer Kabelwege wurden verbaut; für rund 1,9 Mio. wurde aufwendig umgebaut – und zwar nicht nur für die Kleinen. Neben der Kita lädt künftig ein modernes Tagungszentrum zu Seminaren und wissenschaftlichen Treffen ein.

An dieser Stelle ein Lob an das GGM, das Goslarer Gebäudemanagement. Nachdem ein Auftragnehmer gebummelt und gepfuscht und damit den ganzen Zeitplan durcheinandergewirbelt hat, hat das Gebäudemanagement es trotzdem geschafft, die Kitaräume noch einigermaßen pünktlich fertigzustellen – dank des neuen Auftragnehmers, der kurzfristig einspringen konnte und Top-Arbeit ablieferte. 

Unmittelbar nach der Campus-Kita Frankenberg zog die Kita St. Paulus in Unteroker nach. Dort haben die wachsenden Kinderzahlen dafür gesorgt, dass wir anbauen durften. Ich sage bewusst „durften“, denn mehr Kinder in der Stadt Goslar sind ein Geschenk. Ich jedenfalls freue mich über jeden Kindergarten- und jeden Krippenplatz, den wir zusätzlich anbieten dürfen und können. 


Und dabei haben wir weitere ganz konkrete Pläne, die wir gestern (Freitag, 19. Januar) auch der Politik erstmals vorgestellt haben. Auf dem Fliegerhorstgelände wollen wir eine neue Kita organisieren. Mit der Oskar Kämmer Schule haben wir einen interessierten – für die Stadt Goslar neuen - freien Träger gefunden. Die Oskar Kämmer Schule möchte – und das wäre tatsächlich für Goslar ein Gewinn – zusätzlich noch ein bilinguales Angebot für den Kita- und Grundschulbereich in der Stadt Goslar etablieren. 

 Und mit der Fliegerhorst-Investorengemeinschaft BLB verhandeln wir derzeit über den Bau dieser Einrichtung. Gerne würden wir schon im Sommer 2019 an den Start gehen, das ist richtig sportlich. Zwar sind wir zwischen BLB, Stadt und Oskar Kämmer Schule noch nicht abschließend rund, aber schon weit. Die Rodungsarbeiten für die neue Außenfläche und den Anbau an das ehemalige Unteroffiziersgebäude sind jedenfalls bereits erfolgt.


 Ich freue mich auf Kinderlärm anstelle von Fluglärm auf dem ehemaligen Bundeswehrstandort! 

Aber die Etablierung eines neuen Angebots auf dem Fliegerhorstgelände wird nicht ausreichen, um insbesondere den Bedarf an Krippenplätzen zu decken. Für die Bereiche Altstadt/Jürgenohl/Oker werden wir uns über den Fliegerhorst hinausgehend um einen zweiten Neubau kümmern. Nach vielen Prüfungen und Gesprächen sehen wir jedenfalls einen Neubau als die wirtschaftlichste und sinnvollste Lösung an und schlagen deshalb keine Umnutzung und keinen Anbau einer Bestandsimmobilie vor. 

Hier prüfen wir aktuell neue und mögliche Standorte. Mehr heute noch nicht dazu, sonst erschweren wir tatsächlich auch die Verhandlungen mit den derzeitigen Eigentümern bzw. Nutzern der Liegenschaften. Jedenfalls können wir seit der vergangenen Woche für eine solche weitere neue Einrichtung auch einen weiteren freien Träger für Goslar diskutieren. Mit den Johannitern sind wir in guten, ganz positiven Gesprächen. Goslar ist auf einmal wieder richtig attraktiv, auch für freie Träger wie die Johanniter und die Oskar-Kämmer-Schule.  

Ich kenne die Stimmen: „Gerade habt ihr noch Schulen und Kitas geschlossen und jetzt fällt euch auf, dass wir mehr Betreuungsplätze brauchen.“ Ja, richtig, wir haben Schul- und Kindergarteneinrichtungen geschlossen – oder besser schließen müssen. Damals sanken die Kinderzahlen kontinuierlich und wir haben entsprechend reagiert. Jetzt steigen die Kinderzahlen wieder und ich sage ganz ehrlich: Ich bin froh, dass der Trend gebrochen ist. Lieber lenke ich jetzt gegen und gebe Geld für Neubauten, Anbauten und Personal aus, als Goslar beim Schrumpfen zuzusehen. 

Stattdessen suche ich mit meiner Verwaltung und der Politik lieber nach Lösungen, um möglichst viele attraktive Betreuungsmöglichkeiten für unsere jüngsten Bürgerinnen und Bürger zu schaffen. Dabei muss ich außerdem betonen: Wir bieten nicht nur Quantität, sondern auch Qualität – gleichgülitig ob städtischer Kindergarten oder privater Träger. In Ohlhof unterstützt zum Beispiel Labrador-Rüde Charly die Kita-Mannschaft als Pädagoge auf vier Pfoten.

Ein super Angebot stellt auch unsere Waldgruppe dar. Die Campus-Kita Frankenberg hat eine Waldgruppe – das heißt, die Kinder sind den ganzen Tag draußen unterwegs, die Erzieherinnen und Erzieher bilden sich regelmäßig weiter, die Kinder lernen bei Aktionen vieles über gesunde Ernährung oder Gefahren im Straßenverkehr und, und, und.

Selbst Einrichtung und Farbkonzept werden gezielt ausgewählt. Bei der Campus-Kita etwa wurden extra „Probefelder“ angelegt. Da wird nicht einfach ein Pott weiße Farbe gekauft und an die Wand geklatscht. Die Knirpse sollen sich wohlfühlen. Und dann kann es schon mal passieren, dass das ausgewählte Rot der Fassade eben nicht mit dem Rot des MTV korrespondiert, wie ein Ratsmitglied bemängelte. 


Ist doch kein Beinbruch. Vielleicht regen die unterschiedlichen Nuancen den Nachwuchs stattdessen zu kreativen Höchstleistungen an. Wäre doch super, wenn wir unseren ureigenen Goslarer Kaiserringträger heranziehen. 

Mit ganzer Kraft nach vorne. Die Politik, die Ratsmitglieder, geben Rückenwind für die Entwicklungen. Das spüre ich. Die Verwaltung, das Gebäudemanagement, müssen jetzt kluge und finanzierbare Lösungen entwickeln, die Akzeptanz im Rat finden können. Planungsmittel stehen in diesem Haushaltsjahr 2018 jedenfalls hinreichend bereit – freuen wir uns auf die Entwicklungen. 

Freuen wir uns auf den Ausbau der Betreuungseinrichtungen und damit eine Verbesserung von Infrastruktur, eine Erhöhung der Attraktivität der Stadt.