Herzenssache Goslar: Die Entwicklung des Pfalzquartiers

Herzenssache Goslar: Das Pfalzquartier Gute Nachrichten gestern für die Stadt Goslar. Fast 5 Millionen EUR fließen in diesem Jahr an Städtebaufördermitteln in unsere Stadt. Genauer formuliert nach Jürgenohl (Programm Soziale Stadt), in die Unterstadt (Programm Städtebaulicher Denkmalschutz) und nach Hahnenklee (Aktive Ortsteilzentren). Das sind ganz wichtige, ganz zentrale städtebauliche Impulse und werden unsere Stadt voranbringen. Und gerade deshalb ist es mir wichtig, mit Ihnen und Euch heute meine Gedanken zum Thema Pfalzquartier zu teilen. 

Denn auch hier entsteht in den nächsten drei, vier Jahren ein ganz großes, neues Stück Goslar. Auch hier werden wir einen ganz entscheidenden Baustein für die Zukunft und Entwicklung der Stadt setzen: „Herzenssache Pfalzquartier“. Viele Menschen in Goslar wissen ja aktuell, wie wir das ehemalige Bundesgrenzschutzquartier an der Pfalz entwickeln. Menschen, die über Jahre an das „ob“ der Entwicklung überhaupt nicht gedacht haben, niemals dafür gearbeitet haben, wahrscheinlich auch nicht daran geglaubt haben. 

 Meine erste Begegnung mit dem Pfalzquartier liegt noch gar nicht so lange zurück. Der Parkplatz war es, der mich im Sommer 2011 im Rahmen meiner ersten Stadtführung in der Stadt so negativ überrascht hat. PKW´s und Reisebusse parken bis heute auf der Filetfläche der Stadt, auf den Fundamenten der Stiftskirche, unmittelbar vor der Pfalz. Dorothee Prüssner sagte mir damals auf dem Parkplatz. Ja, so ist das eben hier in der Stadt, wir haben uns daran gewöhnt. Gewöhnen daran konnte ich mich bis heute nicht. 

Irgendwie erinnert es an der Parkplatz vor der Residenz in Würzburg. Auch Weltkulturerbe, verschandelt durch Busse und PKW´s. Seit 1998 stehen die Waschbetongebäude des Bundesgrenzschutzes leer. Die Stadt kaufte dann die Flächen für 3 Millionen DM – ohne konkrete Nutzungsidee. Ziemlich teurer Leerstand, der hier produziert wurde. Und dieser Waschbeton ist genau hässlich wie der Parkplatz selbst. 

 Der muss weg. Die Stiftskirche selbst muss wieder sichtbar werden, durch Grün, durch Licht – Landschaftsarchitekten werden sich dazu im Rahmen eines Wettbewerbs Gedanken machen müssen und ebenfalls die Pfalzwiese und den Pfalzgarten in die Überlegungen mit einbeziehen. Es wird ganz neuer öffentlicher Platz, öffentlicher Raum in der Stadt entstehen. Wie wir ihn bespielen und nutzen? 

Eine Kernfrage, die wir auch mit der neuen Geschäftsführung der GMG sehr intensiv diskutieren sollten. Hier scheint doch ein Kompetenzzentrum für diesen Bereich vorgegeben. Die PKW´s werden wir in einer Parkgarage unter dem derzeitigen BGS-Areal unterbringen können. Unproblematisch wie ich meine. Problematisch eher, dass die Stadt Goslar natürlich Jahr für Jahr auf nicht unerhebliche Einnahmen für die Parktickets verzichtet oder verzichten muss. 

Das Thema Reisebusse ist bisher leider noch überhaupt nicht gelöst, die bisher durch Büros vorgelegten Gedanken völlig unzulänglich. Für mich halte ich fest: Die Busse sollten vor der Pfalz verschwinden; wir sollten sehr intensiv diskutieren, ob das Pfalzquartier überhaupt der richtige Halte- und Parkraum für Reisebusse darstellt; die angedachte Parkpalette hinter dem Kämmereigebäude ist aus meiner persönlichen Sicht im Hinblick auf Weltkulturerbe und Denkmalschutz nicht genehmigungsfähig, noch dazu finanziell nicht darstellbar. 

Hier haben wir noch Arbeit vor uns! Zum Hotel: Mit der Freigeist Gruppe ist der Tessner-Stiftung ein Volltreffer gelungen. Wer die Hotels in Einbeck, in Northeim, in Göttingen kennt und wer den Freigeist hat, sich vorzustellen, wie „Goslar“ Themen so ein „Themenhotel“ mit Inhalten versehen wird, wird sich mit kritischen Anmerkungen zurückhalten. Offen bleibt derzeit der „Kulturbaustein“. 

Der ist und bleibt für mich wichtig, um das Quartier aufzuwerten, mit Frequenzen zu versehen. Museum, Multifunktionshalle, Veranstaltungen, Tagungen, Kulturangebote – lasst uns das Beste für die Stadt Goslar inhaltlich erarbeiten. Und erst dann über Geld und die Verteilung von Lasten sprechen. Das Beste für die Stadt ist das Ziel! Die Stadt Goslar hat eine große Chance und mit der Tescom, der Familie Tessner und der Tessner-Stiftung Partner und Freunde der Stadt und in der Stadt, die sich niemand von uns besser wünschen kann. Ich freue mich auf die weitere Arbeit zur Beseitigung von Waschbeton und die  riesigen städtebaulichen Impuls!