Herzenssache Goslar - Der Weihnachtsmarkt

Und plötzlich ist schon wieder Weihnachten. Vorige Woche hat der Goslarer Weihnachtsmarkt seine Pforten geöffnet und läutet die Adventszeit ein. Jetzt stimmen uns wieder der Duft von Tannengrün, gebrannten Mandeln und Glühwein auf das Weihnachtsfest ein. Das ist hilfreich, wenn ansonsten nichts nach Weihnachten aussieht – kürzlich noch bei feinstem Herbstwetter mit 15 Grad. Und Goslar hat einen großartigen Weihnachtsmarkt - meine Herzenssache in dieser Woche.

Schick ist er, unser Weihnachtsmarkt. Das war nicht nur eine super Idee unseres ehemaligen Geschäftsführers der Marketinggesellschaft, Michael Bitter, sondern er hat diese Idee auch super umgesetzt. Der Weihnachtswald als Kern, aber auch der Markplatz, die Konzentration auf wertige Buden und Beleuchtung. Nicht nur Essen & Trinken, Kunsthandwerker - ja das alles wird heute auch durch Frau Sagner und ihr Team wirklich richtig, richtig gut gemacht. 

Kleiner Wehrmutstropfen aus meiner Sicht: Schon vor Totensonntag glitzerte und leuchtete der Weihnachtsschmuck, was natürlich dem straffen Zeitplan zum Aufbau der Buden geschuldet ist. Ist wohl heute überall so.

Was mir nun sofort auffiel beim Blick auf den Marktplatz: Dieses Jahr ist unsere Weihnachtstanne vergleichsweise mickrig. Der Vorfall vom vergangenen November, als der Brecher von Baum in der Kornstraße festhing und die Straße verstopfte, hat anscheinend Spuren hinterlassen. Das tut der Veranstaltung aber keinen Abbruch, denn was mir noch viel mehr ins Auge fiel war unser wunderschönes Rathaus. 

Es ist wieder sichtbar und versteckt sich nicht hinter einer Plane und Baugerüsten – oder einem überdimensionalen Nadelbaum. Da ist unser Weihnachtsmarkt gleich noch einmal viel schöner. Und dabei rangiert er ohnehin bei etlichen Bewertungslisten auf den vordersten Plätzen – mit dem kuscheligen Weihnachtswald, seinem schönen Rathaus im Hintergrund, mit dem Brunnen, Buden, Lichtern und, nicht zu vergessen, all den Menschen, die dahinter stehen. Nicht umsonst wurde er 2014 im Handelsblatt zum schönsten Weihnachtsmarkt der Republik gekürt.

Dieses Jahr hatte die Baustelle im hinteren Bereich des Rathauses so Manchem im Vorfeld Sorgenfalten ins Gesicht getrieben. Ja, die Fläche zwischen Rathaus und Marktkirche steht in diesem Jahr nicht zur Verfügung, aber nein: Das ist kein Problem. 

Die Besucherinnen und Besucher müssen auf nichts verzichten, die Stände rücken nur ein Stück weiter und sind entlang der Marktkirche zu finden. Ich bin der festen Überzeugung, dass Veränderungen nicht immer etwas Schlechtes sind. Wer weiß, vielleicht halten wir an dieser Aufteilung fest, weil sie sich bewährt. Der große Vorteil ist nämlich, dass die Menschen außen um die Kirche herumgehen. Vorher war der Weg über den Marktkirchhof eine willkommene Abkürzung. Dabei lagen die Stände und Buden westlich davon abseits der Hauptbesucherströme. Ob und wie der geänderte Aufbau bei unseren Gästen ankommt, wird sich zeigen. Ich freue mich jedenfalls auf einen Glühwein im Weihnachtswald und darauf, dass rechtzeitig vorm Fest dann auch die Weihnachtsstimmung einsetzt.

Aktuell erlebe ich jedenfalls viele fröhliche und freundliche Gesichter in der Stadt:

1. Die Goslarer selbst, auch sie sind gerne auf ihrem Weihnachtsmarkt. Man trifft sich, insbesondere unter der Woche, und wir sind stolz auf unseren Weihnachtsmarkt.

2. Die Gäste und sie betonen immer wieder, dass der Goslarer Weihnachtsmarkt wirklich ganz vorne in Deutschland ist

3. zuletzt, und das ist genauso wichtig, die Menschen, die mit dem Verkauf von Essen & Trinken, von Weihnachtsschmuck, Geld verdienen und auch dürfen. 

Weiter so!