Herzenssache Goslar: Der Paul-Lincke-Ring

Herzenssache: Paul-Lincke-Ring „Der Harz, der Harz, der hat’s.“ Da gebe ich Helge Schneider vollkommen Recht! Er hat es bei der Verleihung des Paul-Lincke-Ringes 2016 auf der Bühne im Kurhaus auf den Punkt gebracht. 

Ganz spontan, wie wir es von ihm kennen. Es war ein großartiger Tag in Hahnenklee, ein großartiger Preisträger, ein großartiges Konzert am Abend am Museumsufer. 

Helge Schneider, der Musiker, Poet, Humorist, Kabarettist, Schauspieler, Regisseur, Schriftsteller und Quatschmacher, hat die Medien in Scharen nach Hahnenklee gelockt. Unser Ortsteil und die Stadt Goslar selbst gingen am Abend, am nächsten Tag und sogar im Voraus durch die Presse. 

Am Museumsufer zeigte sich, dass sich Kultur nicht auf uralte Ölgemälde und Operetten beschränkt. Auch junge Leute können etwas mit Kultur anfangen und sich dafür begeistern. 



Künstler wie Helge Schneider, wie Clueso und Silbermond tun uns gut. Sie tun der Kulturmarke Stadt Goslar gut. Und das bedeutet, der Paul-Lincke-Ring tut unserer Stadt gut. Deshalb bin ich froh, dass wir den Preis jetzt jedes Jahr verleihen. 

Jedes zweite Jahr reicht nicht, um den Preis dauerhaft zu erhalten und mit noch stärkerer Ausstrahlung zu versehen. Wenn wir jedes Jahr den Paul-Lincke-Ring ausloben, erhöhen wir Akzeptanz und Aktualität des Preises, wir geben der Medienlandschaft die nötige Planungssicherheit und steigern den Bekanntheitsgrad – sowohl des Preises als auch logischerweise damit einhergehend der Stadt Goslar. 

 Schließlich ist der Paul-Lincke-Ring kein 0-8-15-Preis. 1955 vergab die Kurortgemeinde Hahnenklee-Bockswiese (seit 1972 gehört sie zur Stadt Goslar) zum ersten Mal den Ring zum Gedächtnis an den Komponisten Paul Lincke. Die Stadt zeichnet damit Musiker aus, die sich um die deutsche Unterhaltungsmusik verdient gemacht haben. Das sind bekannte Größen wie Max Raabe, Udo Jürgens, Peter Maffay, Udo Lindenberg, Die Fantastischen Vier und jetzt Helge Schneider. 

 Ich muss ja zugeben, dass ich keinen Zugang zu seinem Film „00 Schneider“ finden konnte. Vor der Verleihung nicht und auch beim zweiten Versuch, nachdem Schneider seinen Preis entgegengenommen hatte, nicht. Aber auf der Bühne in Hahnenklee und Goslar fand ich ihn klasse. Wie die Jury bereits in ihrer Begründung erklärte: „Seine unvergleichliche Komik beweist seit mehr als drei Jahrzehnten, dass Witz und Weisheit eng verwandt sind. Schneider kämpft mit Quatsch gegen Krampf.“ Ich finde, davon können wir uns eine Scheibe abschneiden. 

Manchmal sind wir wirklich furchtbar verkrampft. Ständig darauf bedacht, bloß keinen Fehler zu machen. Bloß kein Risiko einzugehen. Aber dadurch bleibt man im alten Trott, im ausgetretenen Trampelpfad, auf dem jeder wandelt. Wir brauchen auch in Goslar (auch abseits der Kultur) Menschen wie Helge Schneider, die den Weg verlassen, sich durchs Dickicht schlagen und damit neue Wege ergründen.

Herzenssache Goslar: Der Paul-Lincke-Ring! Er hilft Hahnenklee und Goslar, er hilft uns - und wir haben ihm geholfen, an Ausstrahlung zu gewinnen. Danke an alle in Rat und Verwaltung, die daran in den letzten Jahren mitgewirkt haben und Danke an den Freundeskreis Paul-Lincke-Ring in Hahnenklee, ohne den es den Ring wahrscheinlich gar nicht mehr geben würde.