Herzenssache Goslar: Der Kleine  Tisch Oker

Herzenssache Goslar: Kleiner Tisch mit großer Wirkung! 


Immer wieder berichte ich im Rahmen meiner “Herzenssache“ auch über Ehrenamtliche in unserer schönen Stadt. Sind es nicht genau diese Menschen, die Kern von Stadtgesellschaft sind? Machen nicht genau diese Menschen das aus, was unsere Stadt Goslar so attraktiv und so anziehend macht?

Selbstverständlich kann ich nicht über jede ehrenamtlich engagierte Person oder Gruppe schreiben – und ganz selbstverständlich gibt es bei mir auch keine Prioritätenliste. 

Aber, oft „stolpere“ ich eben über ganz besondere Geschichten – im Rahmen von Besuchen und Gesprächen. Und dann bin ich manchmal auch motiviert, finde Zeit, eine „Herzenssache“ daraus zu machen. 

Dieser Tage bin ich wieder einmal zum „Kleinen Tisch“ nach Oker gefahren und durfte die Arbeit der engagierten Lebensverbesserer wieder einmal erleben. 

Was ist der Kleine Tisch? 

Nun, vielleicht eignet sich hier der Verweis auf die Homepage des gemeinnützen Vereins – schaut mal drauf: http://www.goslarer-tafel.de 

Hier ein Auszug: Der eingetragene Verein Goslarer Tafel „Kleiner Tisch Oker“ e.V. ist hervorgegangen aus „Der Kleine Tisch Oker“, einer Gemeinschaftsaktion der St. Paulus Gemeinde Oker mit dem Lions Club Goslar-Kaiserpfalz. 

Im Sommer 1996 begann alles in einer Garage in Unteroker. Mitglieder der Paulusgemeinde gaben überschüssige Lebensmittel an Bedürftige ab. Der Lions Club Goslar-Kaiserpfalz unterstützt seitdem diese Hilfe finanziell und sorgt für den Weiterbestand. Im Laufe der Zeit änderten sich die Umstände jedoch so schnell, dass andere Räumlichkeiten gesucht werden mussten. Seit Dezember 2009 erfolgt die Ausgabe im Gebäude der Tafel “ Am Breiten Stein 17.

Zur Tafel-Idee selbst, hier ein Wikipedia-Auszug: Tafel ist die Bezeichnung für gemeinnützige Hilfsorganisationen, die Lebensmittel, welche im Wirtschaftskreislauf nicht mehr verwendet und ansonsten vernichtet werden würden, an Bedürftige verteilen oder gegen geringes Entgelt abgeben. In Deutschland sind ein Drittel davon Kinder und Jugendliche. Hier sind Tafeln seit 1993 aktiv. In zahlreichen anderen europäischen Ländern existieren vergleichbare Initiativen (Food Banks). Tafeln sind in Deutschland im Tafel Deutschland e.V. organisiert und zumeist auf der Ebene der Kommunen aktiv. Sie heißen deshalb z. B. Berliner Tafel, Hamburger Tafel oder Hannöversche Tafel. 

Vor einigen Monaten ging eine Tafel aus Düsseldorf (oder es war einen andere Stadt in NRW, bin mir gerade nicht mehr sicher) durch die überregionalen Medien, weil die Verantwortlichen der Tafel vor Ort mitteilen mussten, dass sie keine (neuen) Migranten mehr versorgen konnten. Selbst die Kanzlerin schaltete sich damals ein. 

Ich habe zu dieser Zeit bei der Tafel in Goslar, in Oker, angerufen und gefragt: 1. Gibt es solche Probleme in unserer Stadt auch? 2. Ich komme mal wieder vorbei, wenn sich die Medien-Aufmerksamkeit bei dem Thema wieder beruhigt hat. 

Und genau deshalb war ich im Mai vor Ort in Oker: 

Hier erlebte ich engagierte Helfer beim Sichten, Umpacken, Kontrollieren, Sortieren und Ausgeben von guten Lebensmitteln. Ich erlebte aber auch Supermärkte der Region, die dankbar Waren, die im normalen Verkauf nicht mehr angeboten werden können oder dürfen, zur Verfügung stellen. Und nein, hier geht es nicht nur um abgelaufene Produkte oder gar verdorbene Ware, hier geht es, wie bei meinem Besuch z. B., auch um mehrere Paletten Osterhasen. Die sind noch frisch und gut, aber Ostern liegt eben hinter uns. 

Wer – warum auch immer – nicht viel zum Leben hat, der freut sich sicher auch im Mai über einen Gruß vom Osterhasen. Ich erlebte aber auch die Helfer des Lions Klub Goslar-Kaiserpfalz, die von Beginn an massiv mit finanzieller Unterstützung geholfen haben und in einem jeden Jahr beim Weihnachtsmarkt mit ihrem „Baum der Hilfe“ für die finanzielle Grundlage der weiteren Unterstützung ehrenamtlich hinter dem Tresen stehen. 

Und ich erlebte die Vertreter der Kirche, der Kirchengemeinde St. Paulus Gemeinde Oker,die nicht nur den „Kleinen Tisch“ in Oker mit iniitiert haben, sondern sich auch heute darüber freuen, dass wir ein ehemaliges Kirchengebäude weiter „zweckbestimmt“ nutzen können. 

So tut Jede und Jeder, was sie oder er kann, packt zu und hilft. Es hat mich sehr beeindruckt, an wie viele vermeintlich kleine Details gedacht wird. Eine Toilette in der Wartezone, ein ausgeklügeltes System der Verteilung der Waren und ein Team vor Ort, das zusammenhält. 

Schulterklopfen ist leicht, dranbleiben und über Jahre weitermachen, durchhalten und nicht dem Zeitgeist von Rationierung, Ausschließen von Flüchtlingen oder anderen Kuriositäten verfallen, das ist schon schwerer. 

Daher, herzlichen Dank an alle Helfer, Unterstützer, Mitmacher und Lebensverbesserer bei der Tafel in Oker, bei unserem Kleinen Tisch. 

#Herzenssache #Goslar: Der Kleine Tisch in Oker!