Herzenssache Goslar: Der Kettenmann

 Ein großartiges Zeichen haben fünf Sponsoren – Bürger, Unternehmer aus Vienenburg – in dieser Woche gesetzt. Ein Zeichen für den Stadtteil, ein Zeichen für die Stadt und ein Zeichen für Kultur. Mit der finanziellen Unterstützung der Sponsoren und einem kleinen Beitrag der Stadt konnte der sogenannte Kettenmann, das Kriegsgefangenendenkmal in der Kaiserstraße in Vienenburg restauriert werden, das seit Jahrzehnten der Harzer Witterung ausgesetzt war. 

Christoph Gutmann (4. von links) hat die Sponsoren angeworben (von links): Meinhardt Fulst, Klaus-Dieter Friehe und Jan Damer als Stellvertreter seines Vaters Bernd Damer. Nicht auf dem Bild: Siegfried Stephan und eine anonyme Sponsorin, die im Namen von Erich Erlacher spendete


Der Kettenmann wurde in den frühen 1950er Jahren geschaffen und erinnerte an die Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkriegs. So ein historisches Mahnmal kann man doch nicht verfallen lassen! Das dachte sich auch Christoph Gutmann, Fachdienstleiter Kultur bei der Stadt Goslar. Er packte die Sache unkonventionell an und sicherte die Finanzierung – ich möchte sagen „hemdsärmelig“. 

Diese Kooperation aus Unternehmen, Bürgerschaft und engagierten Kollegen in der Stadtverwaltung hat ein Stück Kultur mit historischem Wert in Goslar erhalten. 

Trauriger Anblick: Vor seiner Restauration war der Kettenmann in desolatem Zustand. Archivfoto: Detlef Kühlewind/Goslarsche Zeitung


Der Kettenmann bekommt  jetzt auch noch eine ebenso frisch hergerichtete Umgebung. Die Kaiserstraße wird für 90.500 Euro auf gut 500 Metern saniert. Eine Maßnahme, die erst durch die Fusion von Vienenburg und Goslar möglich wurde. (Da unsere Einwohnerzahl die 50.000 knackte, ging die Trägerschaft der Straßenbaulast für die Ortsdurchfahrten von Kreis- und Landesstraßen vom Landkreis auf die Stadt über. Im Gegenzug beteiligte sich der Landkreis an der Finanzierung der Maßnahme.) 

 Ein frisch restauriertes Kunstwerk bekommt nun also auch eine schöne Kulisse. Wir investieren in unsere schöne Stadt, in unsere Stadtteile. 

 Und wem das noch nicht genug ist: Mein persönlich liebster Anlaufpunkt in Vienenburg befindet sich in unmittelbarer Nähe: die Eisecke! Immer wieder ein Grund, unserem Stadtteil einen Besuch abzustatten. Und wenn man schon einmal da ist, kann man direkt ein historisches Mahnmal besichtigen – eines, das auch nach mehr als 60 Jahren in exzellentem Zustand ist.