Herzenssache Goslar: Der Berg ruft

In der kommenden Woche ruft er wieder, der Berg, unser Berg. Seit dem Herbst 2014 lassen wir in unregelmäßigen Abständen den Goslarer Rammelsberg nach bekannten Persönlichkeiten rufen. Häufig genug folgen sie dem Ruf und lassen im Rahmen einer besonderen Diskussionsreihe den Mehrwert und den Erkenntnisgewinn in den Mittelpunkt rücken.  Herzenssache Goslar: “Der Berg ruft”

Die Veranstaltungsreihe hat sich gemausert – am Anfang stand eine vage Idee. „Es muss doch mal die Möglichkeit geben, im Rahmen einer Art Ideenwerkstatt miteinander zu sprechen und zu diskutieren; einfach mal querzudenken“, dachte ich mir damals. Ich wollte eine Veranstaltungsreihe, bei der man sich Impulse holen kann. Dabei sollte kein Einzelredner die Zuhörer mit seinem stundenlangen Monolog langweilen, vielmehr sollten mehrere Gesprächspartner munter diskutieren. 

 Als Rathausgespräche malte ich mir diese Reihe aus, bis wir feststellten: Es gibt gar keine räumliche Möglichkeit, solch eine Veranstaltung im Rathaus abzuhalten. Gesucht wurde ein anderer Ort mit guter Atmosphäre. Gefunden wurde einer mit herausragender, absolut spezieller Atmosphäre: die Waschkaue des Goslarer Rammelsberges. In einer Runde zu einem ganz anderen Thema fiel nämlich das Gespräch auf die geplante Diskussionsreihe, als Rammelsberg-Chef Gerhard Lenz anbot: „Warum machen wir das nicht bei mir?“ 

Damit schlagen wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Die Veranstaltung bekommt einen würdigen Rahmen und der Rammelsberg rückt noch ein Stück aus der ihm nachgesagten Staubecke heraus. Denn er ist nicht nur (spannende!) museale Einrichtung, er ist auch ein lebendiger Ort in und für die Stadt Goslar. Man denke nur an die Konzertreihe Miner’s Rock. 

 Auch Kai Schürholt zeigte seine Bereitschaft, an der Reihe mitzuwirken. Als Geschäftsführer der Cellerar GmbH, zu der das Klosterhotel Wöltingerode und das Restaurant „Casino Rammelsberg“ gehören, hat er ein eigenes Interesse den Rammelsberg weiterzuentwickeln. Mit diesen drei Säulen – Stadt Goslar, Museumsbergwerk Rammelsberg und Cellerar GmbH – haben wir die Reihe „Der Berg ruft – Zukunft fördern“ auf die Beine gestellt - und nicht zu vergessen:  Wir konnten auch den Chefredakteur der Goslarschen Zeitung, Andreas Rietschel, gewinnen. Er stand und steht uns als Moderator des Streitgesprächs zur Verfügung. 

Dass solch ein Rahmen entsteht, ist vielen fleißigen Helfern zu verdanken. Zuvorderst natürlich dem engagierten Team des Rammelsberges. Die Damen und Herren schaffen es, ihren Arbeitsort ins rechte Licht zu rücken und den Besuchern die besondere Tradition nahe zu bringen. Und natürlich das Team um das Casino Rammelsberg und vom Klosterhotel Wöltingerode, die mit ihrem Know-how den Abend zu dem werden lassen, was er auch sein muss: perfekt organisiert. Nicht zu vergessen, der Moderator: Kitzelt er doch den einen oder anderen streitbaren, spannenden Satz aus den Teilnehmern und prominenten Gästen.

Auch die Stadt Goslar leistet ihren Beitrag bei der Unterstützung der Organisation und Entwicklung immer neuer Ideen für spannende Paarungen auf der Bühne. Kein großer Scheinwerfer, kein Fernsehstudio, sondern ein „echter“ Raum, die Waschkaue, verleiht den Abenden einen besonderen Charakter.

Der Eintritt ist frei und auch die Referenten erhalten kein Honorar oder Stundensatz. Sie kommen zum Berg, weil sie es wollen. Den Auftakt machten die Bundestagsabgeordneten Jürgen Trittin (Grüne) und Peter Gauweiler (CSU) am 19. November 2014. An diesem ersten Abend wurden ja auch interessante Gedanken zum Thema Flüchtlingspolitik entwickelt – wir erinnern uns an den (Medien-)Wirbel. 


Im Januar 2016 folgten Prof. Dr. Margot Käßmann, Botschafterin des Reformationsjubiläums, und Aiman A. Mazyek, Vorsitzender des Zentralrates der Muslime in Deutschland, dem Ruf des Berges und diskutierten unter dem Titel: „500 Jahre Reformation – Was prägt Deutschland heute?“ 

Der frühere Ministerpräsident Niedersachsens und Bundespräsident a. D., Christian Wulff, und Schauspielerin und Poetry-Slammerin Julia Engelmann widmeten sich vier Monate später der Frage „Was inspiriert Menschen zu einem Leben in der Öffentlichkeit?“. 


 Bei der 4. Ausgabe der Diskussionsreihe am 14. Juni vergangenen Jahres saßen sich Dr. Edmund Stoiber, langjähriger Ministerpräsident des Freistaates Bayern, und Bodo Ramelow, Ministerpräsident des Freistaates Thüringen, auf der Bühne gegenüber. Der Abend stand unter dem Titel „Brauchen wir 16 Bundesländer? – Das föderale System auf dem Prüfstand“. 


Jetzt steht bereits Veranstaltung Nummer 5 ins Haus. Am 26. April erwarten wir die Oberbürgermeister der Städte Leipzig und Essen, Burkhard Jung und Thomas Kufen, in der Waschkaue. Als „Repräsentanten der Ungleichheit“ sprechen sie über das Phänomen, wie unterschiedlich sich Kommunen entwickeln. Wir nehmen daraus sicherlich die eine oder andere Erkenntnis für Goslar mit. 

Auch interessierte Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, die Diskussion live zu verfolgen. Anmeldungen sind bei der Stadt Goslar möglich, Telefon 05321/704-226. Die Plätze sind begrenzt – wer zuerst kommt, mahlt zuerst. 

(Mehr Infos gibt es hier: https://www.goslar.de/presse/pressemitteilungen/kultur-veranstaltungen/1163-der-berg-ruft-jetzt-sind-sie-gefragt-2

Wer keinen der begehrten Plätze mehr erhaschen kann oder an dem Abend bereits anderweitig unterwegs ist, kann am nächsten Tag in der Presse erfahren, welche Lehren sich aus dem Diskurs ableiten lassen. 

Ich freue mich auf einen spannenden Dialog.