Herzenssache Goslar - Der Bahnhofsvorplatz

Um ganz ehrlich zu sein: Ein großer Bahnfahrer bin ich nicht. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass ich auf dem Land aufgewachsen bin: In Wetter, bei Marburg, in Mittelhessen. Ohne Fahrrad, Moped, Auto geht da bis heute nicht so viel…..

Und in Goslar? Nun, meine Besuche am Bahnhof beschränken sich zumeist darauf, meine Mutter vom Bahnhof abzuholen oder sie wieder hinzubringen. Sie ist im Gegensatz zu mir eine begeisterte Bahnfahrerin. 

Und was mich aber so richtig stört, seit 2011, ist dieser Bahnhofsvorplatz. Ist das tatsächlich die Visitenkarte einer Stadt? Möchte eine Stadt einem Gast so begegnen. Sie kennen den Satz: “Der erste Eindruck entscheidet”……..

Und irgendwie ist diese unbefriedigende Situation jetzt noch deutlicher sichtbar. Die Stadt hat die renovierte Fußgängerzone bis an den Bahnhof herangeführt. Und Heiko Rataj hat den Reisebüro - Pavillon auf dem Bahnhofsvorplatz mit viel Geld in Ordnung gebracht und vermietet. 

Also los, habe ich gedacht, und in der Stadtverwaltung gab es - wie für so viele Stellen in der Stadt - großartige Planungen für die dann doch irgendwie wieder das Geld gefehlt hat. Diese Planungen (von 1997) haben sich Stadtplaner Helmut Bormann und Tiefbauchef Matthias Brand wieder vorgenommen, fortgeschrieben, aktualisiert und aus der Verwaltung heraus folgte das deutliche Votum: Da gehen wir jetzt endlich ran!

Der Bahnhof ist das Einfallstor zur Stadt. Er ist die Visitenkarte für unsere schöne Altstadt. So sollte er auch aussehen und nicht, wie die Zeitung es formulierte, wie ein Schandfleck. Notdürftig geflickte Fahrbahn, Löcher im Kopfsteinpflaster, tiefe Kuhlen im Gehweg. Bei Regen muss man Slalom um die Pfützen laufen. 

Aber wir wollen auch das Thema Elektromobilität am Bahnhof mit Infrastruktur  versehen. Elektro-Carsharing! Und auch das verwilderte Grundstück einen Steinwurf vom Bahnhofsgebäude entfernt findet bessere Verwendung als jetzt als Wildkräuterwiese.

Ich freue mich schon auf den ersten Spatenstich und erstrecht darauf, den letzten Stein legen zu dürfen. Die Umgestaltung der Fußgängerzone ist uns gemeinsam so gut gelungen, da kann der Bahnhofsvorplatz nicht hinten anstehen.