Herzenssache Goslar: Denkmalschutz

Denkmalschutz. Allein das Wort verursacht bei vielen Menschen, die Immobilien besitzen, Gänsehaut. Denkmalschutz, der Eigentümer-Schreck. Dabei ist diese Angst vor unerfüllbaren Auflagen und auferlegten Verboten völlig unbegründet. Ich werde nicht behaupten, dass die Eigentümerinnen und Eigentümer denkmalgeschützter Gebäude tun und lassen können, was sie wollen. Sicherlich sind Veränderungen an diesen Bauwerken mit mehr Aufwand verbunden als bei „normalen“ Häusern, mitunter auch mit finanziellem Mehraufwand, das will ich gar nicht leugnen. (Wobei für genehmigte Maßnahmen zur Erhaltung denkmalgeschützter Bauwerke Steuervergünstigungen winken.) Aber bisher sind keine Projekte am Denkmalschutz gescheitert.

Goslar lebt von seinen historischen Gebäuden, von Stadt- und Feldmauern, von seinem mittelalterlichen Stadtbild. Wo wären wir heute ohne Denkmalschutz? Wir hätten definitiv mehr Fremdkörper in unserer Stadt, Neubauten wie das Karstadtgebäude in der Bäckerstraße zum Beispiel. Hässliche Klötze, die unser historisches Stadtbild verschandeln. Unsere schönen Fachwerkhäuser würden mit Kunststofffenstern, hochmodernen Türen und Toren oder Treppen verunstaltet. Und schneller, als wir gucken können, hätte unsere Altstadt ihren Status als UNESCO-Weltkulturerbe verloren – und dazu noch ihren Charme.

„Meine Güte, ist das eine schöne Stadt.“ Diese und ähnliche Sätze höre ich immer wieder von Touristen, die durch die Altstadt laufen, unsere Fachwerkhäuser und mittelalterlichen Gebäude bestaunen. Ja, das stimmt, Goslar ist wunderschön. Damit das so bleibt, bedarf es allerdings einiger Disziplin. Der Denkmalschutz hat ein genaues Auge darauf, was mit denkmalgeschützten Gebäuden und Bauwerken passiert. Auch die Stadt muss sich an die Vorgaben halten. Bestes Beispiel: das historische Rathaus. Einfach neue Farbe an die Wand klatschen, war nicht drin. Die Farbgebung der Fassade wurde ganz genau abgestimmt und mittels Testfeldern ausprobiert. Der Denkmalschutz begleitet die Bauarbeiten, damit das historische Bauwerk nicht zu stark verändert wird.

Ich gebe zu: Dann und wann rollt man mit den Augen, wenn man nicht genau das umsetzen darf, was man sich vorgestellt hat. So wie ich, als mir klargemacht wurde, dass ein Carport, wie ich es bauen wollte, nicht genehmigt werden würde. Flachdach? Nix da. Wenn ich aber so darüber nachdenke, sehe ich selbst ein, dass das da absolut nichts zu suchen hat. Deshalb mein Appell an alle Eigentümer von denkmalgeschützten Bauwerken: Wir tragen eine besondere Verantwortung und der sollten wir uns bewusst sein.