Brockenwanderung

 „Was du für den Gipfel hältst, ist nur eine Stufe.“ (Seneca) 

Sommer, Sonne, Brockenwanderung…… Als neugewählter Harzklubpräsident hatte ich eine neue Tradition begründet - eine sommerliche Brockenwanderung mit einem “länderübergreifenden Harzinteressierten” Ehrengast und dazu eine kleine, ausgewählte Gruppe von Mitwanderfreunden, die sich für den EINEN Harz, die EinHarzInitiative und den länderübergreifenden Harzklub engagieren.

Heute war der Ministerpräsident des Freistaates Thüringen, Bodo Ramelow, mein Gast, Gast des Harzklubs.  In den Vergangenheit waren bereits der damalige CDU Generalsekretär, Peter Tauber und im letzten Jahr der heutige Wirtschaftsminister aus Niedersachsen, Dr. Bernd Althusmann, auf dem Brocken. Ich setzte diese Wanderungen stets unter das Motto „Entschleunigung im Harz“ und bin sehr froh, dass wir derartige Wanderungen abseits vom sonstigen Termintrubel organisieren können.

Und geführt werden wir natürlich auch sehr fachkundig, erneut von unserem Harzklub-Wanderfreund Dieter Runge aus Wernigerode. 

Und das hat sich heute gelohnt, habe ich doch einen sehr entspannten, gewohnt sympathischen, und einen ehrlich an der EIN-Harz-Initiative interessierten Bodo Ramelow erleben dürfen.

“Sagt mir, wie ich helfen kann! Sagt mir, wie ich die EIN-HARZ-INITIATIVE aus Erfurt unterstützen kann!” - so hat es mir der Ministerpräsident zugesagt, so sind wir soeben auseinander gegangen. 

 Gemeinsam auf den Brocken wandern. Dabei lassen sich so herrlich gute und weniger gute Gedanken und Ideen entwickeln, es lässt sich zusammen „spinnen“. 

 Manchmal wird daraus etwas, manchmal nicht, immer tut es aber gut und erweitert den Horizont. Und - noch wichtiger - man lernt sich eben kennen. Menschen lernen sich kennen, Netzwerken! Vertreter von Hochschulen, aus der Wirtschaft, aus dem Handwerk, aus dem Kulturbereich hatte ich heute dazu eingeladen. Der Präsident der Hochschule Nordhausen, Prof. Wagner, war z. B. mit dabei. Oder der Chef des Allgemeinden Arbeitgeberverbandes im Harz, Torsten Janßen. Oder mein Oberbürgermeisterkollege Peter Gaffert aus Wernigerode… und und und ….

 Als ich mit der Idee einer gemeinsamen Wanderung vor reichlich einem halben Jahr auf Herrn Ramelow zugegangen bin, rechnete ich eigentlich fest mit einer Absage. Der Terminkalender eines Ministerpräsidenten lässt es doch sicher nicht zu, dass man eine ganzen Sonntag freiräumen kann und will, so dachte ich jedenfalls. Umso erfreuter war ich, als ich aus seinem Büro eine Zusage erhielt, verknüpft mit dem Hinweis, dass Herr Ramelow gern in den Bergen des Harzes unterwegs ist. Daher – so vermute ich – besteht zwischen dem Harz und zwischen EIN HARZ und Herrn Ramelow auch vom ersten Tag an eine so enge Bindung. 

Ich erinnere mich da z. B. an einen Neujahrsempfang in Nordhausen, bei dem er unsere junge Initiative schon vor einigen Jahren lobend in den Mittelpunkt seiner Rede stellte und bei uns EIN HARZ-Engagierten für eine vor Stolz geschwellte Brust sorgte.

Ich erinnere mich aber auch an seinen Besuch in Goslar anlässlich der gemeinsamen Diskussion mit Edmund Stoiber in unserer Reihe: Der Berg ruft – Zukunft fördern. Auch damals ein spannender Abend mit zwei herausragenden Politikern. 

Heute stand natürlich der Harz im Mittelpunkt unserer Gespräche – wer oder was denn auch sonst. Es ging um die gemeinsame und nicht entgegensetze Entwicklung, ging um die Förderung des Freistaates Thüringen für unsere EIN HARZ GmbH.

Bodo Ramelow ist bei uns. “Der Harz funktioniert nur gemeinsam!” sagte er.

Der Harz ist nicht nur Naturraum, er ist Lebensraum. Wir wohnen und arbeiten hier und zwar: SEHR GERNE.

Wenn ich daran denke, wie kurz die Wege aus Goslar (in Vienenburg entwickeln wir derzeit die Erweiterung des Wohngebietes Liethberg) nach Braunschweig sind, wie schnell man von Wernigerode oder Halberstadt aus in Magdeburg ist, oder wie nah die Regionen Nordhausen und Göttingen durch die A38 aneinandergewachsen sind – es gibt viele Möglichkeiten. 

Es gilt nicht mehr die alte Regel, nach der das Leben der Arbeit folgt. Es muss die neue Regel gelten, dass das Leben in der Heimat bleibt, zur neuen Heimat wird und Wohnraum für Familien bezahlbar ist und bleibt. Über all diese Aspekte haben wir gesprochen und Ideen entwickelt. Und wir haben natürlich auch eine Erbsensuppe gegessen und ein Bier getrunken, beim Brockenwirt, meinem Freund Daniel Steinhoff. 

Ohne Zwang, aber mit weitem Horizont und einer „freien Spitze“ für „krumme“ Gedanken.  

Mit einem Augenzwinkern sei mir die Bemerkung erlaubt, dass es schon erstaunlich ist, wieviel Zuspruch ein „Linker“ aus der Wirtschaft bekommt, wenn die Presse nicht zuhört ;-) 

Ich freue mich auf die Fortsetzung und dieser Tour im nächsten Sommer und darauf, gemeinsam für den Harz die nächste Stufe zu nehmen. Auf weiterhin gutes Miteinander im Harz.

Und dem Ministerpräsidenten Bodo Ramelow ganz vielen herzlichen Dank für diesen tollen Tag”