Harzklubwanderer feiern 25 Jahre Deutsche Einheit

Harzklubwanderer - 25 Jahre deutsche Einheit auf dem Brocken gefeiert 

Dr. Junk: Gestaltung der Heimat muss fortgesetzt werden 

Von Jürgen Korsch 

Der Harzklub hat am 3. Oktober den 25. Jahrestag der Wiedervereinigung auf dem Brocken gefeiert. Rund 300 Wanderfreunde waren über verschiedene Wege am Vormittag auf den Gipfel gekommen. Ihnen folgten weitere zehntausende Brockenbesucher, die bei sonnigem Herbstwetter mit Bahn, Pferdekutsche, Bike oder zu Fuß auf den höchsten Harzgipfel (1141 m) tourten, so dass auf dem Gipfel ein wahres Gewimmel herrschte. 


 In der Gedenkstunde am so genannten Wolkenhäuschen hielt der neue Harzklub-Präsident Dr. Oliver Junk aus Goslar die Festansprache: „Die wiedergewonnene Freiheit und Einheit vor 25 Jahren bedeutet für uns Glück und Freude, aber auch Verantwortung“, sagte Junk. Der Harzklub habe sich dieser Verantwortung immer gestellt. Er habe nach der Grenzöffnung mit der Neugründung der Zweigvereine im Osten begonnen, die Gestaltung der Harzer Heimat voran gebracht. Im Gegensatz zu vielen „Kirchturmdenkern in den Rathäusern“ habe der Harzklub immer einen Beitrag für den Gesamtharz geleistet, nicht für Ost- oder West-, Nord oder Südharz. „Es gibt nur einen Harz“, betonte der Harzklub-Präsident. Junk forderte, dass der Gestaltungsprozess der Heimat im Harz weitergeführt werden müsse. Es gab viele positive Veränderung in den 25 Jahren, wie den gemeinsamen Nationalpark, die touristische Vermarktung, die Entwicklung eines gemeinsamen wirtschaftlicher Verpflechtungsraumes. Jetzt gelte es, sich neue Ziele zu setzen und die nächsten Etappen anzugehen. Gerade die demografische Veränderung erfordere dies. Herausforderungen gebe es also genug, die Harzer sollten es zusammen und nach eigenem Willen angehen. Er wolle nicht aus Magdeburg, Erfurt oder Hannover gesagt bekommen, was für den Harz gut ist. 


Die Gedenkveranstaltung wurde anschließend im Goethesaal beim Brockenwirt fortgesetzt. Hier ließ Dr. Johannes Ludewig, Vorsitzender des Nationalen Normenkontrollrates im Bundeskanzleramt, den Vereinigungsprozess noch einmal Revue passieren. Er war seinerzeit als Abteilungsleiter für Wirtschaft und Finanzen im Bundeskanzleramt und später als Koordinator für die neuen Länder eng mit dem Zusammenwachsen beschäftigt. „Ich kenne kein Land, das sich in so kurzer Zeit einmal runderneuert hat“, sagte Ludewig. Der Aufbau und die Erneuerung seien ein Ergebnis einer großen Gemeinschaftsarbeit. Auf sieben Strecken waren zuvor die Harzklub-Wanderer auf den Brocken gewandert. So kamen Wandergruppen aus Bad Harzburg und Seesen über den Einstieg Torfhaus, aus Hahnenklee-Bockswiese, Osterode und Lautenthal über Oderbrück. Die Wanderer aus Wernigerode bestiegen von Schierke aus und die Ilsenburger über das Ilsetal den Brocken. Im Goethe- und dem darunter liegenden Touristensaal - mit Videoübertragung von oben - wurde nach den Festreden noch munter weitergefeiert bei Blasmusik und Harzer Brauchtum.


Quellen: GZ vom 05.10. sowie Volksstimme vom 05.10.

Text und Fotos: Jürgen Korsch