Goslar ist Weltkulturerbe, kein Disney-Land

 Der Welterbetag am 1. Juni war ein guter Zeitpunkt. Wir konnten die offizielle Einweihung des Schrägaufzugs am Rammelsberg feiern.

Die Fertigstellung ist ein Meilenstein in der Entwicklung des Museums und wird Besucherfrequenz erhöhen.

Für mich persönlich war es heute aber auch Gelegenheit, deutlich zu machen, dass der „Erfolg“ museale Einrichtungen und des Weltkulturerbes nicht in Zahlen (Besucherzahlen oder Wirtschaftlichkeitszahlen) zu messen ist.

 Hier ein Auszug aus meiner Rede im Rahmen der Einweihung der Schrägförderanlage am 01.06.2014:

 

(…..) Meine Damen, meine Herren, mir ist es allerdings deutlich zu wenig, den Schrägaufzug als ausschließliches Instrument dafür zu sehen, hier Besucherzahlen und damit Wirtschaftlichkeit zu verbessern. Also womöglich also noch die Frage zu stellen, wann sich diese Investition amortisiert hat.

Wenn es nur um möglichst viele Besucher und Touristen ginge, dann kann ich nicht nur viele Ideen beisteuern, sondern ich würde eine Art Event-Abteilung Rammelsberg installieren, die sich z. B. um die Organisation folgender Events kümmern könnte: Bungee-Jumping vom Förderturm, Dinner in the dark im Röder-Stollen, Paint Ball in der Schiefermühle, Freibierfrühschoppen an Wochenenden mit Kinderschminken und Hüpfburgen und und und……

Verehrte Gäste, wollen wir das ernsthaft?

Wollen wir so  unser Welterbe erleben?

Wollen wir so unser Welterbe vermitteln?

Wollen wir Disneyland in Goslar?

Wer die Bedeutung, die Kraft musealer Einrichtungen, wer gar ein Welterbe allein auf die Anzahl von Besuchern reduziert, nur auf die Wirtschaftlichkeit reduziert, sollte für solche keine Verantwortung tragen, er kann ihr nicht gerecht werden.

Das Weltkulturerbe, unser Welterbe, verlangt uns mehr ab und verlangt damit auch der Kulturpolitik in Goslar und darüber hinaus mehr ab. (…….)