Der SkiKlub Oker

Wie ist das eigentlich mit Skilanglauf? 

Diese Frage hatte ich mir schon häufiger gestellt und die Antwort war stets: Jetzt nicht, gerade keine Zeit, gerade schlechtes Wetter, gerade keine Ausrüstung, gerade Schnupfen, gerade irgendwie zu kalt, gerade kein Schnee. 

Aber der Harz ist für das Skilanglaufen doch noch viel attraktiver als das Fichtelgebirge in Oberfranken. Und deshalb ist irgendwann auch mal Schluss mit den Ausreden. Für 2019 hatte ich mir am Silvesterabend vorgenommen: Wenigstens einmal im Jahr 2019 auf Skilanglaufskiern stehen….. 

Ich setze mir ohnehin gerne Jahr für Jahr Ziele. Aber nicht so leichte, schnell realisierbare, Jedermannziele wie z. B. für eine ganze Woche ohne  Alkohol auskommen oder mit dem Rauchen aufhören oder Abnehmen oder mehr Sport treiben …. 

Das kann ja wirklich jeder. 
Im Jahr 2018 hatte ich mir u. a. zum Ziel gesetzt, mit dem Fahrrad (ohne E-Hilfe) auf den Brocken zu fahren. Hat im übrigen funkioniert. 

 Und so sollte es jetzt auch mit dem Skilanglauf mal klappen. Und dieses „ehrgeizige“ Ziel konnte ich zugleich mit einem Vereinsbesuch verbinden. 

Es gab und gibt im übrigen auch noch weitere “gute Vorsätze” - vielleicht ist das sogar mal eine eigene “Herzenssache” wert. Verraten darf ich, dass ich auch auf Schlittschuhe steigen möchte. Das verhindert bis heute allerdings erfolgreich meine Büroleiterin, Elke Dreßler, mit Schauergeschichten über gebrochene Handgelenke und Arme in ihrem Freundeskreis, die mit Schlittschuhlaufen zusammenhängen sollen. Naja, wir werden sehen, ob ich mich noch durchsetzen kann und darf. 

Bei dem Skiklub Oker nämlich hatte ich mich eingeladen und den Vereinsbesuch mit einer ersten Trainingsstunde verbunden. Und richtig gefreut habe ich mich darüber, dass meine Sekretärin Jessica Brösel, die den Termin mit dem Skiklub organisiert hatte, die Frage gestellt hatte, ob sie mich denn begleiten dürfe. Schließlich habe sie auch schon immer mal Skilanglauf machen wollen. 

Während also Frau Brösel und ich am 26.02.2019 den aktiven Auftakt meiner Skilanglaufkarriere machten, war es für die Vereinsmitglieder schon eher die auslaufende Saison. So richtig viel Schnee hatte es nicht mehr im Skigebiet Sonnenberg. Hier waren wir unterwegs. 

Aber der Reihe nach: Nach einem herzlichen Empfang an der Ski Hütte Oker auf Torfhaus, wurde ich zunächst mit der nötigen Ausrüstung ausgestattet: Langlauf-Ski, passende Ski-Schuhe und Stöcker. Es folgte dann die gemeinsame Fahrt zum Skigebiet Sonnenberg. Und dann, mal los. 

 Und die erste große und wichtige Erfahrung, die ich gemacht habe: Skilanglauf unterscheidet sich schon mächtig vom alpinen Skifahren. Irgendwie braucht man doch ein wenig mehr Kraft und auch mehr Gleichgewichtskoordination. 

Nur gut, dass ich mit Vereinsmitglied Heinrich Heintorf aus Oker einen geduldigen wie engagierten Lehrer hatte, und er zeigte mir u. a. 

den Diagonalschritt als Langlaufgrundschritt, 

den Doppelstockschub, 

den Treppenschritt, 

das Bogentreten, 

Schussfahren, 

Halbpflug, 

das Springen – 

und ja (weil ich eben auch 2x im Schnee lag) auch das Aufstehen nach einem Sturz. 

tumblr_inline_pnogd6N23T1ss8yvk_500.jpg

Und natürlich hat mich Heinrich Heintorf auch sensibilisiert für die verschiedenen Schneearten und den Schneezustand (trocken, feucht, nass, gefroren) – und tatsächlich hatte ich so einen richtig guten Anfängerschnee nicht mehr nach der Sonne und den vielen schönen Tagen. Das war schon ganz schön glatt im Oberharz ……. 

Wichtig auch: Der Blick für das Gelände, Bodenform, Hangneigung – aber natürlich auch die Rücksicht auf die anderen Sportler, die entgegenkommen oder überholen ….. 

 „60 % Bein- und 40 % Arm- Kraft“ waren neben „Herr Junk in die Knie“ die Schlagworte, die ich während des Trainings häufiger hören sollte. 

Mit dem Grundschritt, dem sog. Diagonalschritt, bewegte ich mich anfangs etwas wacklig, aber mit der Zeit immer sicherer auf meinen Brettern, die doch ein deutliches Stück leichter als meine Alpinskier sind. Dank des Doppelstockschubes kam ich sogar kleinere Hügel auf dem Übungsparcours hoch- und auch wieder runter- dabei sollte man die Schnelligkeit, die man bei einer „Schussfahrt“ entwickelt, nicht unterschätzen….. 

Sie interessieren sich tatsächlich noch dafür, ob nun Frau Brösel oder ich die bessere Figur auf den Skiern abgegeben hat? Lassen wir die Frage an dieser Stelle doch unbeantwortet…

Nach zwei Stunden (die mir dann tatsächlich auch hinreichten ), haben wir uns nochmal auf Torfhaus mit den Vereinsmitgliedern in der Hütte des Skiklubs Oker getroffen. Und begeistert hat mich dabei nicht nur der heiße Tee und die Mettbrötchen. 

tumblr_inline_pnogfaTvGD1ss8yvk_500.jpg

Begeistert hat mich vor allem die große Kinder- und Jugendgruppe mit ihrem Trainer Buchholz. 2x pro Woche starten die Kinder- und Jugendlichen (vorwiegend aus Goslar und Bad Harzburg) zu ihren Trainingsausflügen. Ein engagierter Trainer und motivierte Kinder & Jugendliche. Und die Gruppe bleibt auch in den Sommermonaten. Dann wird eben nicht im Schnee geübt, sondern in Turnhallen oder auf Sportplätzen. Ausdauertraining, Krafttraining – so bleibt man auch im Sommer fit für den Winter. 

Der Verein hat ganz sicher noch viel mehr Mitglieder und Sportler verdient. Wer sich informieren möchte, der schaut doch mal auf die Homepage:

 https://www.skiklub-oker.de

tumblr_inline_pnog0bOFNn1ss8yvk_500.jpg

Auf der Seite gibt es auch Informationen zur Hütte selbst. Die kann man nämlich auch mieten für Geburtstage oder Familienfeiern. Aber bitte keine 18. Geburtstage und andere Trinkveranstaltungen. Dazu ist die Hütte nämlich viel zu ordentlich, zu aufgeräumt, zu gepflegt - mit ganz viel Liebe und ganz viel ehrenamtlichem Einsatz. 

Ich sage herzlichen Dank, allen Vereinsmitgliedern, Danke “meinem” Trainer Heinrich Heintorf, danke für die guten Gespräche auf der Hütte.

Habe Spaß gehabt und Lust auf die nächsten Skilanglaufstunden im Harz.

#Herzenssachegoslar: Der Skiklub Oker/Harz e. V. 

Und während viele von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, ja schon wieder Trinken,  Rauchen und Schokolade-Essen, habe ich bereits am 26. Februar - also nach nur 57 Tagen :-) - meinen ersten guten Vorsatz erfüllt.

Oliver Junk