Herzenssache Goslar: St. Barbara in Sudmerberg

Herzenssache Goslar: Die katholische Kirche St. Barbara in Sudmerberg.

 

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Wehmut kommt auf. Vor einigen Tagen war ich nochmal in der ehemaligen katholischen Kirche St. Barbara in Sudmerberg; habe mich verabschiedet. Gemeinsam mit dem Eigentümer, Herrn Barte, Pascal Bothe und Wolfgang Rosin habe ich ein letztes mal durch die schönen Kirchenfenster geschaut, für die leider niemand mehr eine Verwendung hat.

Ich habe daran gedacht, dass die Kirche über viele Jahre und Jahrzehnte Raum und Kirche für eine lebendige Gemeinde war. Taufen wurden gefeiert, Gottesdienste erlebt, gemeinsam gesungen…. Wieviele Menschen sind dankbar und glücklich wohl ein- und ausgegangen? Wieviele tröstende Worte sind hier gesprochen worden?


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1969 erfolgte die Grundsteinlegung der Kirche, 1972 die Weihe.

Die Kirche wurde von einem Herrn Fehlig als Betonfertigteilkirche mit freistehendem Glockenturm erbaut. Sie steht nicht unter Denkmalschutz.

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Am 17. Dezember 2006 wurde die Kirche von Bischof Norbert Trelle aus Hildesheim profaniert. Was das heißt? Nun die Kirche wurde entweiht! Es gab keine Gemeinde mehr für das Gotteshaus, keine Nutzer mehr. Traurig, oder? 

Und seit dieser Zeit gab es in Goslar und Sudmerberg viele Diskussionen um die Nachnutzung der Kirche, um den Abriss der Kirche, um die Nutzung des Geländes. 

 

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Viele Kaufinteressenten sind wieder abgesprungen, weil ihre Pläne nicht zu realisieren waren. Teilweise waren sie nicht mit den Vorgaben der Stadtplanung in Einklang zu bringen, teilweise waren die potentiellen Kaufinteressenten auch nicht finanzstark genug. St. Barbara sollte ein Altenheim werden, dann eine Wohnanlage für Menschen mit Behinderung. Dann beabsichtigte die Firma Fischer Bau die Errichtung von acht Einfamilienhäusern auf dem Gelände, die an Lärmschutzanforderungen scheiterten. Das war dann schon in der Zeit meiner Verantwortung als Oberbürgermeister.


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Seit 2017 ist jetzt ordentlich Musik in der Entwicklung. Der an vielen Stellen in Stadt und Landkreis Goslar engagierte Unternehmer Herr Barte hat die Kirche und das Grundstück gekauft, mit dem Ziel, ein Garagenhof zu errichten. Wolfgang Rosin hat sich an dieser Stelle besonders im Hinblick auf die Vermittlung verdient gemacht. 

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Zugegeben, gemeinsam mit meiner Verwaltung war ich dann zunächst froh, dass wir einen Käufer gefunden hatten. Wir waren auch froh, dass mit einem Garagenhof ein Bedarf in Sudmerberg befriedigt werden konnte. Und wir waren damals auch nicht konzentriert und engagiert genug, um mit dem Käufer nach noch besseren Lösungen für das Areal zu suchen. 

 

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Aber meine Verwaltung und ich haben politischen Druck bekommen. Insbesondere mein Freund Pascal Bothe aus Sudmerberg hat mich mehrfach intensiv bearbeitet und mich gebeten, intensiver für bessere Lösungen zu arbeiten. “Es muss doch mehr möglich sein als ein Garagenhof!” forderte Pascal.


Er hat dann im März 2018 eine Bürgerversammlung in Sudmerberg organisiert und mich dazu eingeladen. Im Dialog mit den Bürgern von Sudmerberg habe ich deutlich verstanden, dass sich die Bevölkerung in Sudmerberg mehr vorstellt als einen Garagenhof: Wohnungen für Senioren war damals eine wichtiger Wunsch.

 

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Aber zur Wahrheit gehört natürlich auch an dieser Stelle, dass der Investor und Bauunternehmer Barte sich nicht sehr erfreut zeigte. Verständlich irgendwie, denn von der Stadtverwaltung und dem Oberbürgermeister auf die Reise zum Garagenhof geschickt, machte dann der OB selbst die Rolle rückwärts und forderte Nachbesserungen und Änderungen.

 

Aber in mehreren Gesprächen mit Herrn Barte und dessen Architekten konnte ich gemeinsam mit meinen Kollegen der Stadtplanung ein neues Konzept erarbeiten. Ich danke an dieser Stelle ausdrücklich für die Bereitschaft bei meinen Kollegen und auch bei Herrn Barte. Es waren zunächst tatsächlich nicht nur entspannte Gespräche, aber es ist zum Schluss gelungen. 

 

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Und ich sage Danke dem Bauausschuss. Denn hier haben wir die Weichen gestellt dafür, dass wir 20 Garagen schaffen, die als Lärmschutzmauer für die Wohnungen dienen. Und als zentrales Element werden seniorengerechte, barrierefreie Wohnungen entstehen. Daran angegliedert wird ein Raum für eine Tagespflege.

 

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Damit war dann Pascal Bothe zufrieden und „seine“ CDU, weil dadurch ihre Idee der Seniorenbetreuung in den Ortsteilen umgesetzt wird. Und auch die anderen Fraktionen konnten mit den Umplanungen deutlich mehr anfangen als mit dem Garagenhof.

 

Und nun? Aktuell wird die Kirche abgerissen. Dann werden die Garagen gebaut. Die ersten Mietinteressenten sind schon unterwegs. 

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Es folgt dann der Bau der Wohnungen mit angegliederter Tagespflege. Vielleicht gibt es eine Kombination? Ich hatte bereits den Kontakt zur Senivita AG aus Bayreuth hergestellt, aber die haben sich für ein vom Volumen größeres Projekt in Jürgenohl entschieden….

 

Ich wünsche Herrn Barte jedenfalls viel Erfolg bei der Projektrealisierung in Sudmerberg. Ich danke allen Beteiligten in der Stadtplanung und im Rat für die Unterstützung für diese Entwicklung.

Herzenssache Goslar!

 

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