Herzenssache Goslar: Die dringend gesuchten Wanderfalken im Marktkirchturm

Diese Bilder sind aus dem Mai 2015:

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Und warum zeige ich sie?

Nun, neben mir steht Paul Kunze. Auf der anderen Seite Friedhard Knolle. Neben Paul Kunze stehen Frau Schlosser-Conners vom Globus-Baumarkt und Probst Gunkel.

Alle zusammen waren damals, mit dem Geld der DB, an dem Projekt beteiligt. Unsere Initiative, deren Geld und ein über die Maßen engagierter Paul Kunze.

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Welche Initiative meine ich?

Nun, die Turmfalken nisten im Turm der Marktkirche. Die Goslarsche Zeitung berichtete jüngst darüber, auch ich hatte dazu im vergangenen Jahr eine „Herzenssache“ geschrieben.

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Aber abgezielt haben wir im Mai 2015 nicht auf den Turmfalken, sondern auf den Wanderfalken bei unserer Ansiedlungsstrategie in der Marktkirche.

Gerne erzähle ich an dieser Stelle noch einmal darüber, wie es eigentlich zu dem Versuch kam, eine Herberge für die Wanderfalken im Stadtgebiet zu suchen.

 Ausgangspunkt war nämlich meine Bürgersprechstunde. Hier häuften sich im Jahr 2014 – mal wieder (…. Und täglich grüßt das Murmeltier ….) - die Beschwerden über den Taubenkot auf und um den Goslarer Bahnhof. Wahrlich keine Visitenkarte für die Stadt, wenn sich Gäste wie Einwohner über einen dreckigen Bahnhof ärgern müssen.

Und deshalb habe ich den für den Bahnhof Goslar zuständigen Bahnverantwortlichen nach Goslar eingeladen, um ihn vor Ort für die unschönen und unhygienischen Taubenhinterlassenschaften zu sensibilisieren.

 Er berichtete mir, dass die Problematik bekannt sei und man tatsächlich auch bereits mit Schutzdrähten und Schutzanstrichen an dem Bahnhofsgebäude und den Bahnsteigüberdachungen gearbeitet hätte, damit sich die Tauben dort nicht niederlassen und den Bahnhof verdrecken können.

 Das hat mich dann insgesamt zur Frage geführt, was die Stadt Goslar eigentlich gegen die Tauben unternimmt. Denn die „Ratten der Lüfte“ verdrecken und beschädigen ja viele Gebäude in der Stadt. 

Denken Sie z. B. an unsere Lohmühle, denken Sie an viele andere historische Gebäude.

Wie geht das eigentlich? Wie bekämpft man sie wirkungsvoll?

Richtig im Griff hat die Stadtverwaltung in Kassel das Thema. Die hatten oder haben (jedenfalls meine ich, dies vor einigen Jahren gelesen zu haben) einen Minijobler, der Taubeneier durch Gipseier ersetzt…… 

Auch in Goslar suchten wir nach Anti-Tauben-Maßnahmen. 

„Gibt es denn keine natürlichen Taubenjäger?“ fragte ich die Experten.

Friedhart Knolle und Herwig Zang sind z. B. solche Experten in Goslar. Sie verfolgten das Motto: „Wir müssen versuchen, die Tauben auf natürlichem Weg zu vergrämen.“ Eine Möglichkeit wäre die Ansiedlung von Wanderfalken. Sie jagen Tauben. 

Knolle setzte sein Netzwerk in Gang – und so kam Paul Kunze ins Spiel. 

 

Paul Kunze aus Wiedelah ist der größte Vogelfreund Niedersachsens. Er liebt die Vögel, sie lieben ihn. Vor zwei Jahren habe ich ihn zu Hause in Goslars Ortsteil besucht. In seinem Keller baut er Nistkästen, in der Küche hatte er damals Waisenvogeljunge aufgezogen.

 

Der inzwischen über 70jährige hatte vor Jahren eine Absprache mit dem Kirchenvorstand der Marktkirche getroffen:

„Wenn ich den Taubendreck auf den Zwischenböden entferne, darf ich weitere Nistkästen im Turm aufhängen“, so Kunze. Durch zerbrochene Scheiben hatten sich, ja genau, die Tauben einen Weg ins innere gesucht und gefunden und haben diesen richtig „schön“ verkotet. Ein Gewinn für beide Seiten – die gefiederten Freunde nicht mitgezählt. Im Turm ist es jetzt richtig schön aufgeräumt. Klar: Es ist staubig, aber früher war alles von Tauben verdreckt und richtig eklig. Der Vogelfreund hat etliche „Wohnungen“ für Dohlen hergerichtet.

 Und eben auch das  Turmfalkenpaar zieht dort erneut seine Jungen auf. 

 Mit finanzieller Unterstützung des damals in Goslar neu eröffneten Baumarktes Globus und der Deutschen Bahn baute Paul Kunze Nistmöglichkeiten für den Wanderfalken.

 

Ich hoffe sehr, dass sich die die größeren Verwandten des bereits eingezogenen Turmfalken, die Wanderfalken, noch ansiedeln und  uns dann  ein paar Tauben wegfressen. Ich kann es nur hoffen.

 

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