Herzenssache Goslar: EUROPA

 

#LOVEUROPE. Unter diesem Motto haben wir heute die Skulptur LOVE HATE von Mia Florentine Weiss auf der Kaiserpfalzwiese enthüllt. Das Kunstwerk ist eine ausgeklügelte Botschaft. Von einer Seite liest man den Schriftzug Love, von der anderen Seite Hate. Die Skulptur stellt damit die beiden menschlichen Emotionen gegenüber. Die Künstlerin hat ein lebendiges Symbol für ein Bündnis zu einem vereinten, friedlichen und freien Europa geschaffen. Und gemeinsam mit ihr haben wir in Goslar die Idee entwickelt, das Kunstwerk im Juni in unsere Partnerstadt in Arcachon zu transportieren und auch dort zu präsentieren. Das ist Europa!

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Am 26. Mai wird in Deutschland gewählt. 2014 ging weniger als die Hälfte der Wahlberechtigten in Deutschland an die Urne. Das ist erschreckend. Die EU-kritischen Kräfte sind zuletzt erstarkt. 

 

Und ich möchte schon sensibilisieren wie wichtig diese Wahl ist, wie viel uns die Europäische Union gegeben hat. Auch wir in Goslar – die Stadt, die Industrie, die Gastronomie, die Bürgerinnen und Bürger – profitieren von den Vorteilen, die uns das europäische Bündnis bringt. Und zwar jeden Tag! 

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Gesehen und diskutiert werden aber meist nicht die Vorteile, stattdessen sehen viele nur ein Bürokratiemonster. Als Beispiel für übertriebene Bürokratie wird gern der Krümmungsgrad der Banane genannt. Das stimmt nicht ganz, denn der Krümmungsgrad kam in der Verordnung gar nicht vor; es ging um Qualität, Größe und Reifungszustand zu Transportzwecken und Einordnung in Handelsklassen. Bei der Gurke sah das allerdings anders aus. Da wurde tatsächlich auch der Krümmungsgrad festgelegt. Ja, das war ziemlicher Schwachsinn und ich verstehe jeden, der sich an Asterix und Obelix im Haus, das Verrückte macht, erinnert fühlt. Aber die EU-Kommission beschließt eben nicht nur solche banalen lebensfremden Dinge, die keinen Normalbürger jucken. (Die Gurkenverordnung ist mittlerweile übrigens abgeschafft.) 

 

Diverse Rechtsvorschriften sind für die meisten von uns von Vorteil. Stichwort Roaming zum Beispiel. Früher musste man sich im Urlaub sehr in Zurückhaltung üben, was die Handynutzung anging, wollte man keine horrende Telefonrechnung riskieren. Heute kann ich im EU-Ausland ganz entspannt bleiben und auch mal ohne schlechtes Gewissen eine WhatsApp oder E-Mail verschicken. 19 Länder haben außerdem mit dem Euro die gleiche Währung. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich mein Geld nicht erst in die jeweilige Landeswährung tauschen muss – und die „Reste“ am Ende des Urlaubs für Mitbringsel und Schnickschnack aus dem Fenster werfe, um zu Hause keine unnützen Münzen und Scheine zu horten.

 

Wir können ohne aufwendige Grenzkontrollen reisen, wir können in anderen EU-Mitgliedsstaaten arbeiten, wohnen, studieren. Es gibt Studentenaustauschprogramme wie ERASMUS, verbesserten Verbraucherschutz, wenn ich im Internet meinen Wein direkt beim Winzer in Frankreich bestelle zum Beispiel. Aber gerade die allergrößten Errungenschaften der Europäischen Union werden in Diskussionen gern vergessen: Frieden und Freiheit!

 

Wie brachte es Günther Oettinger, EU-Kommissar für Haushalt und Personal, bei unserer Diskussionsveranstaltung „Der Berg ruft“ im April doch gleich auf den Punkt? „Unsere Vorfahren wären froh über die Errungenschaften des Bündnisses, wie Frieden und Freiheit, gewesen.“ Unsere Großeltern, unsere Eltern wissen, was Krieg ist. Wir sind davon verschont geblieben. Dank des Europäischen Bündnisses. Das sollten wir uns regelmäßig vor Augen führen, wenn wir wieder über die EU wettern.

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Ich bin deshalb stolz, dass wir so viel tun. An vielen Stellen wird derzeit geredet, aber wir in Goslar leben Europa. Wir pflegen Städtepartnerschaften mit fünf Städten: seit 1965 mit dem französischen Arcachon, seit 1969 mit Windsor/Maidenhead in England, seit 1991 mit dem tschechischen Beroun, seit 2000 mit Brzeg in Polen und seit 2014 mit dem schottischen Forres. Wobei diese Verbindung schon weit älter ist. Die Städtepartnerschaft zwischen Forres und Vienenburg wurde im April 1984 urkundlich besiegelt. Hinzu kommt eine Städtefreundschaft mit der israelischen Stadt Raanana und weitere Patenschaften. Daraus resultieren gegenseitige Besuche, internationale Jugendbegegnungen und gemeinsame Aktionen wie jüngst ein Konzert in der Kaiserpfalz. Das Symphonische Blasorchester des Ratsgymnasiums und das Blasorchester ODDechovka ZU© Václava Talicha aus Beroun setzten ihre gemeinsame Bühnenvergangenheit in Goslar fort.

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Im Jahr der Europawahl haben wir noch einen draufgesetzt. Jüngst sprachen Günther Oettinger und Viola von Cramon, Grünen-Kandidatin zur Wahl für das Europäische Parlament, bei der Diskussionsreihe „Der Berg ruft – Zukunft fördern“ über die Europawahl, die Errungenschaften und derzeitigen Probleme der Europäischen Union.

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Und nun wollen wir mithilfe des Kunstwerks von Mia Florentine Weiss die Botschaft für ein geeintes Europa in die Welt tragen. Goslar ist die erste Station, anschließend bringen wir die Skulptur in unsere Partnerstadt Arcachon. Unsere französischen Freunde freuen sich bereits darauf. Bernard Lummeaux, stellvertretender Bürgermeister von Arcachon, betonte heute, Europa sei nicht nur eine Angelegenheit zwischen Staaten und Regierungen. „Es geht dabei ebenso um die Bevölkerungen, die in Europa friedlich und in Wohlstand miteinander leben wollen.“ Genauso ist es. 

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Ich bin froh, dass das schon viele in Goslar verstanden haben. Nicht nur die Stadt erinnert regelmäßig an die Wichtigkeit der Europawahl. Pulse of Europe setzt sich als unabhängige und überparteiliche Initiative für eine hohe Wahlbeteiligung ein. Mit Veranstaltungen klären die Organisatoren auf, diskutieren und werben für Europa. Am Dienstagabend zum Beispiel referiert Gabriel Glöckler von der Europäischen Zentralbank zum Thema „Bringt der Euro die politische Union? Die gemeinsame Währung und ihre Institutionen“ im Kleinen Heiligen Kreuz. Am 22. Mai folgt Sigmar Gabriel der Einladung der Initiative. Auf der Veranstaltungsliste stehen außerdem noch Straßenaktionen vor der Europawahl. Pulse of Europe trifft den Nerv der Bürgerinnen und Bürger. Danke dafür und weiter so.

 

Ich muss zum Abschluss noch einmal Günther Oettinger zitieren, denn sein Satz ist mir im Gedächtnis geblieben und ich hoffe, das wird er auch bei Ihnen: „Europa ist nicht perfekt, aber wenn wir die Werte – Nachhaltigkeit, Frieden, Wohlstand, Demokratie, Freiheit, Rechtstaatlichkeit – erhalten wollen, geht das nur mit der Union Europas. Deutschland allein ist viel zu klein.“

Und unsere Stadt Goslar auch, habe ich eben auf der Pfalzwiese angefügt.

Europa ist mir Herzenssache. Mensch Menschen, geht wählen - für Europa!

#HerzenssacheGoslar: Europa


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