Der Harzklub

Lust auf den Harzklub.  Das habe ich heute noch mehr als vor vier Jahren. So schnell vergeht die Zeit, möchte man sagen. Denn vor vier Jahren bin als Nachfolger von Michael Ermrich zum Präsidenten des Harzklubs gewählt worden. Verantwortung für über 12.500 Mitglieder in 88 Zweigvereinen. Heute bin ich in Wieda wiedergewählt worden, erneut für vier Jahre.  Mir macht dieses Ehrenamt richtig viel Spaß.

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Deutlich über 200 Mitglieder und Gäste waren heute anwesend und 194 Delegierte haben die 12.250 Mitglieder in 87 Zweigvereinen respräsentiert. 

Die 192 JA-Stimmen und 2 Gegenstimmen geben mir kräftig Rückenwind für den eingeschlagenen Kurs. Denn der Harzklub wandelt sich und ich möchte diesen Traditionsverein weiter verändern.

Nicht bei unseren Themen und Inhalten, die sind stärker denn je. Umwelt- und Naturschutz gehört zu unseren Säulen, das Thema Heimat und zuletzt das Thema Wandern. Absolute Trend-Themen. 

Die interessieren mich genauso wie das Thema Harz insgesamt. Denkt z. B. an die von mir initiierte EIN-HARZ Initiative. Aber der Harzklub verkauft seine Themen noch nicht jung und frisch genug. Ein verstaubtes Image haftet uns an. Und wir verlieren leider immer noch Mitglieder. 1,5 Prozent im Vorjahr – auf jetzt „nur“ noch 12.250 Mitglieder. Wir haben Luft nach oben!!! 

Und ich weiß, dass wir keine Dinos sind. Vereinsmeierei ist nicht spießig und nicht überkommen. Natürlich sind heute junge Menschen anders als vor einer Generation. Mobiler, die Angebote sind breiter, werden immer attraktiver, sind zu vielfältig. Und natürlich bedeutet der wachsende Individualismus eine Veränderung für Vereine; Lebensweisen ändern sich. Die Lust an Bindung und Verpflichtung in Vereinen wird geringer. Der Stellenwert von Kindern und Familien ist größer geworden, Zeit wird lieber zu Hause als in Vereinen verbracht. 

Fakt ist aber auch: Die Anzahl von Vereinen und Vereinsmitgliedern insgesamt steigt. Deutschland bleibt ein Land der Vereine. Heute gibt es um die 600.000 in Deutschland. Und unsere Motivation für den Harzklub ist groß: Wir wollen was tun für unsere Heimat, für unsere Dörfer und Städte, für unseren Harz. Und wir spüren, dass wir überall vor Ort wichtige Ansprechpartner für die Politik sind. 

Es gibt absolut immer mehr Vereine, die Konkurrenz um die Mitglieder ist also groß, und Fakt ist auch, dass damit die traditionellen Männergesangsvereine, Schützenvereine und Wandervereine leiden. Aber: Unsere Themen stimmen, unser Auftritt stimmt. Wir haben es wirklich nicht mit einer Harzklub-Krise zu tun. Insbesondere das Thema Sport und Freizeitaktivitäten sowie das Engagement für Naturschutz zieht aktuell. Hier wäre die Frage nur schlüssig zu beantworten, wie wir das vielleicht stärker in den Vordergrund stellen können: Auftritt? Angebotsformen? Veränderung von Formaten? 

Wir brauchen nicht nur Mitglieder, sondern auch Vorstände!

Eine Krise entsteht allerdings an anderer Stelle, ist sichtbar, macht mir Sorge. Obwohl wir also eine ungebrochene Vitalität des Vereinswesens feststellen können gibt es auch im Harzklub ein stärker werdendes Problem. Offenbar schrumpft die Zahl der Menschen, die einen Verantwortungsposten übernehmen. Der Zweigverein Benneckenstein löst sich auf, nicht weil es keine Mitglieder mehr gibt, sondern weil es keinen Vereinsvorstand mehr gibt. Allgemein gesagt: 1999 sahen sich noch 38 Prozent aller freiwillig Engagierten in einer verantwortlichen Rolle. Zehn Jahre später waren es nur noch 32 Prozent. 

Die Bereitschaft, sich langfristig zu binden und „notfalls“ auch mal den Kopf hinzuhalten, nimmt also ab. Das ist natürlich fatal, denn Vereine brauchen nicht nur Fußballer, sondern auch Vorstände. Harzklubzweigvereine brauchen nicht nur Wanderer, sondern auch Wanderführer. 

Der Harzklub ist attraktiv – immer noch und mehr denn je. Trotz aller Krisen und Probleme. Viele Zweigvereine haben Zulauf. Schwerpunkt unserer Arbeit muss bleiben: Wie gewinnen wir Mitglieder? Wie gewinnen wir Vorstandsmitglieder?

Ich sage herzlichen Dank für das Vertrauen! Ich sage Dank für die Ja-Stimmen. Der Harzklub bleibt mir Herzenssache. 

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