Herzenssache Goslar: Harz Camp Goslar

Es gibt Themen in einer Stadt, die brauchen offensichtlich einfach ihre Zeit; brauchen Zeit, bis sie richtig rund werden, entscheidungsreif sind.

Das Thema Wohnmobilhafen für Goslargehört dazu. 

Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, wurde in Goslar das Thema „Standort für Wohnmobile“ schon vor meiner Amtszeit in Goslar kräftig diskutiert.

Wo steht diese kaufkräftige touristische Zielgruppe eigentlich richtig in der Stadt? Wer betreibt einen solchen Wohnmobilhafen? Kann die Stadt damit Geld verdienen oder ist es immer ein Zuschussgeschäft, das sich nur im Wege der Umwegerentabilität für eine Stadt trägt?

Ich erinnere mich noch sehr gut an meinen Tagesausflug mit Michael Bitter im Jahr 2012: Gemeinsam mit dem damaligen Marketing Chef hatte ich „meinen“ ersten großen Anlauf zur Etablierung von Wohnmobilstellplätzen für Goslar unternommen. Bad Harzburg, Braunlage – und gewiss auch andere Harz – Orte an die ich mich nicht mehr erinnern kann, sind wir abgefahren, haben uns informiert und beraten und die Schlüsselfragen nicht schlüssig beantworten können: Wo ist der richtige Ort und wer betreibt den Wohnmobilhafen eigentlich?

Wir sind nicht weitergekommen: Potentiell geeignete Flächen hatten wir z. B. mit dem Parkplatz Füllekuhle, dem Parkplatz Hildesheimer-Straße, dem Aquantic, dem Herzberger-Teich identifiziert. Die Marketinggesellschaft hatte aber genau so wenig Interesse wie die Stadt Goslar an der Herrichtung einer solchen Anlage (Schranken, Strom, Entsorgung etc.) wie am Betrieb.

 Und so verschwand der „Vorgang Wohnmobilhafen“ wieder in der Schublade. 

 Die „Camper“ in der CDU-Fraktion (Axel Siebe ist wohl unbestritten die Nr. 1, aber auch Ralph Bogisch und Norbert Schecke gehören dazu) unternahmen dann nach der jüngsten Kommunalwahl einen neuen Anlauf und forderten mich auf, endlich für die Stadt Goslar einen geeigneten Ort für Wohnmobil-Reisende zu organisieren. Sie organisierten eine breit angelegte Umfrage bei Wohnmobilfreunden und Campern im Stadtgebiet, suchten nach guten Standorten und machten sich Gedanken über die Betriebsform eines Wohnmobilhafens. 

 Schwierigkeiten bei der Abarbeitung der CDU Initiative machte aber jetzt die Entwicklung des Pfalzquartiers. Denn der geforderte Raum für Wohnmobile „kostet“ natürlich wichtige Stellplätze für PKWs. Klar ist: Durch die Entwicklung des Pfalzquartiers „verliert“ die Stadt Parkraum, vor allem Parkraum in unmittelbarer Bewirtschaftung durch die Stadt. Dies ist – nur Randbemerkung an dieser Stelle – für mich auch ein wichtiger Grund, warum ich das Parkhaus Bolzenstraße für die Stadt Goslar realisieren möchte. 

Daneben begann – auch das sollte nicht vergessen werden -  die Diskussion um die teilweise Umnutzung des Parkplatzes Hildesheimer Straße für ein Ärztehaus. 

 Das alles hat die Suche nach einem geeigneten Standort für Wohnmobile nicht leichter gemacht. 

 Ich persönlich habe dann die Verbindung eines Wohnmobilhafens mit dem Aquantic-Bad favorisiert. Warum? Nun, das Herrichten eines Platzes mit Schranke, Strom etc. ist eben nur ein Teil. Ein attraktiver Platz benötigt aber auch Duschen und WC, Entsorgungsmöglichkeiten….. Wäre nicht eine Verbindung mit unserem Schwimmbad sinnvoll gewesen?

Aber der Teufel steckt dann wieder im Detail! Die Nutzung des Osterfeldes (Stichwort Schützenfest!) verträgt sich irgendwie nicht richtig mit der Wohnmobilnutzung auf dem Osterfeld….

 Ergo: Wieder alles in die Schublade und auf einen besseren Einfall warten. 

 Aber so ganz umsonst war die Initiative der CDU nicht, denn der Goslarer Unternehmer Steinmann verfolgte interessiert die Presseberichterstattung zu unseren Überlegungen. Und es verstärkte seinen Plan, einen Wohnmobilhafen in Goslar zu betreiben.

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 Und er hatte dann Kontakt mit Norbert Schecke aufgenommen, der ihn motivierte, sich mit mir an einen Tisch zu setzen, um die positive Begleitung der Stadt für die Übernahme des Campingplatzes sicherzustellen. Denn genau diesen Campingplatz Sennhütte hatte sich Herr Steinmann für sein Vorhaben ausgesucht. 



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Klar, dass Norbert Schecke und Herr Steinmann bei mir offene Türen für das Vorhaben vorgefunden haben…

 

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Die Gespräche zwischen den Eigentümern des Campingplatzes Sennhütte, stadtnah gelegen an der Bundesstraße in Richtung Hahnenklee und Clausthal, und Herrn Steinmann gestalteten sich positiv, wenn auch nicht ohne Hürden.

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Und mit Hilfe der städtischen Wirtschaftsförderung gelang es auch, Fördermittel aus Hannover für die Erweiterung der touristischen Infrastruktur im Westharz zu organisieren. Steinmann und die Eigentümer wurden einig, der Betrieb ging vor wenigen Tagen, am 01.09.2019, über.

 

Und wer aktuell am Campingplatz vorbeifährt, der sieht schon ganz viel Veränderung: Der Platz wird zunächst komplett frei geräumt, d. h. auch alle Dauercamper müssen vom Platz. Dann erfolgt der Umbau: Aufwändige und begrünte Lärmschutzwand zur Straße (dies allein bedeutet Kosten zwischen 150.000 und 200.000 EUR), neues Sanitärgebäude,

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kleine Ferienhäuser, neue Wasser- und Abwasserleitungen, neue Gastronomie – und natürlich reichlich neue Stellplätze für Wohnmobile. 

 

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Auch ein oder zwei E-Autos werden für die Camper für Kurzausflüge in den Harz oder nach Goslar zur Verfügung stehen. Damit verbunden ist natürlich eine frei zugängliche E-Ladesäule. 

 

Viel Umbau, viel Investition. Deshalb schließt der Campingplatz jetzt zum 18.10.2019, die Neueröffnung als „Harz Camp Goslar“ soll am 01. Mai 2020 erfolgen. Dann ist der Campingplatz Sennhütte Geschichte, aber die Stadt Goslar erhält endlich die so dringend gewünschten Wohnmobilstellplätze in unmittelbarer Nähe zur Altstadt. 

 

Und darüber hinaus entsteht neben dem Campingplatz „Kreuzeck“ ein weiteres super attraktives Angebot im Stadtgebiet für alle Campingfans, ob nun Wohnmobil, Wohnwagen oder Zelt. 

 

Herr Steinmann wird den Betrieb des Platzes mit seiner Familie managen. Der Sohn wird für die Gastronomie verantwortlich sein, die Tochter unmittelbar für die Vermietung der Plätze und Ferienhäuser – so ist es jedenfalls aktuell geplant. 



 

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Ich bin sicher, dass der Platz eine Bereicherung wird. Goslar ist attraktiv für Städtetouristen und die sind eben gerade auch mit einem Wohnmobil unterwegs.

 

Und ich bin sicher, dass wir endlich ein wichtiges Thema für die Stadt Goslar gelöst haben. 

Ich danke der Familie Steinmann für das Engagement und den Mut!

Ich danke Norbert Schecke für seine Vermittlung und seine Beharrlichkeit bei dem Thema Wohnmobilstellplätze. Ich danke aber auch meiner Verwaltung. Die städtische Wirtschaftsförderung hat sich massiv engagiert und auch alle weiteren beteiligten Verwaltungseinheiten wie z. B. Stadtplanung und Tiefbau haben sich als Möglichmachverwaltung präsentiert.

Ich freue mich auf die Neueröffnung im Mai des nächsten Jahres und vielleicht schaue ich ja auch mal mit meinem Wohnwagen vorbei, bei Lars und Lydia in Bockswiese haben mir die Wohnwagenkurzurlaube im Stadtgebiet bisher immer eine große Menge Spaß gemacht……

 

Herzenssache Goslar: Harz Camp Goslar. 

 

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